Berlin - Und obwohl es dort einen sehr anständig ausgestatteten Fitnessraum gibt, ließ sie durch eine Londoner Spedition eigene Gerätschaften für das tägliche Training (laut Pop-Redakteur Jens Balzer ist sie – und er muss es wissen – fitnesssüchtig) herankutschieren.

Mit einem ebenfalls nicht ganz billigen Trick sorgt sie dafür, dass sie sich auch in der Fremde halbwegs zu Hause fühlen kann: Die Möbel aus ihrer Suite wurden entfernt und durch eigene ersetzt. Der Aufwand soll sich lohnen, weil Madonna nicht nur für die beiden Berlin-Konzerte am Donnerstag und am Sonnabend im Soho House eingecheckt hat. Sie soll den verschwiegenen kleinen Privatclub auch als Basis für die anderen Konzerte der nächsten zehn Tage nutzen.

So muss nicht die ganze Familie – angeblich kommt die 53-Jährige mit den Kindern Mercy (5), Rocco (12) und Lourdes (15) und ihrem nicht viel älteren Freund Brahim Zaibat (24) – alle zwei Tage von Tourort zu Tourort umziehen. Mama lässt sich zu den Auftritten nach Kopenhagen, Göteborg, Amsterdam und Köln fliegen und kommt nach ihrer Spätschicht jeweils nach Hause.

Wie ein Lottogewinn

Im Soho House kennt man den anspruchsvollen Gast gut. Für ihren Aufenthalt zur Berlinale 2011 waren Wände, die eigentlich noch sehr gut aussahen, extra frisch getüncht und Fenster zum Schutz vor Paparazzi mit dunkler Folie abgeklebt worden. Auf Wunsch der Sängerin hatte man für das gute Raumklima extra Luftbefeuchter von Madonnas bevorzugter Sorte angeschafft.

Das Soho House lässt sich für ihre Sicherheitsleute leichter im Griff halten als die üblichen Hotels. Hier gibt es wegen des Clubcharakters und den damit verbundenen alltäglichen Zugangsbeschränkungen keinen normalen Publikumsverkehr, bei dem man immer damit rechnen muss, dass plötzlich aufdringliche Autogrammjäger oder, noch schlimmer, Hobbyfotografen, die sich was dazuverdienen wollen, vor der Suite stehen.

Beim Aufenthalt im Februar 2011 besuchte Madonna mit ihrem jungen Gespielen den Asphalt Club. Diesmal dürfen auch andere Szene-Lokalitäten in Mitte an den konzertfreien Abenden (29. Juni sowie 1., 3., 5., 6. und 9. Juli) mit ihnen rechnen. Für einen Club ist der Besuch der Sängerin wie ein kleiner Lottogewinn, denn die mehr oder weniger verwackelten Fotos davon gehen um die Welt und verkünden, dass es sich um eine extrem angesagte Partylocation handeln muss. Als Werbung ist das von unschätzbarem Wert. Nach Madonna kommen die Touris.