In manchen Momenten nehmen Wörter Gestalt an. Man kann sie dann sehen. Warum es „stillen“ heißt, begreife ich zum Beispiel wieder einmal, als ich die junge Mutter im Strandbad sehe. Sie ist sehr jung, das offenbart ihr Gesicht. Viel mehr sieht man nicht, Haare und Hals sind unter einem weinroten Hidschab verborgen, dazu trägt sie ein knöchellanges himbeerfarbenes Gewand.

Es hat etwas Heiliges, wie sie da sitzt, ganz versunken in das Kind, darum ein unsichtbarer Raum. Trüge sie nicht Sneakers an den Füßen, sie sähe aus wie die Jungfrau Maria. Ihre Augen glänzen. Wie gerne würde ich jetzt malen können. Das Bild hieße natürlich: Stille.

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