Berlin - Nachdem in Kreuzberg ein Autohaus demoliert wurde, ist dazu am Mittwoch ein Bekennerschreiben auf einer linksextremistischen Internetseite veröffentlicht worden. Es ist mit „#fight4rojava“ unterschrieben. 

Unbekannte hatten am Dienstagabend insgesamt 26 Fensterscheiben der Mercedes-Niederlassung an der Prinzessinenstraße zerstört.

Zeugen berichteten der Berliner Zeitung, dass gegen 18 Uhr acht vermummte und schwarz gekleidete Personen auf Fahrrädern aus Richtung Moritzplatz gekommen seien, dann vor der Filiale stoppten und die Scheiben des Geschäfts einschlugen. Außerdem warfen die Vermummten mit Farbe gefüllte Glasflaschen gegen die Front und schmierten politische Parolen, bevor sie flüchteten. „Das ging alles sehr schnell“, sagte ein Anwohner. Die Täter seien dann Richtung Segitzdamm geflüchtet. Auf die Fassade des gegenüberliegenden Hauses sprühten die Täter den Schriftzug "Fight 4 Rojava". Rojava ist der kurdische Name für die Demokratische Föderation Nord- und Ostsyrien.

Anschläge auf Mercedes auch in Bern und Basel

Auf der linksextremistischen Internetplattform Indymedia wird die Attacke damit begründet, dass die Daimler AG „als kapitalistisches Großunternehmen“ eine Militärsparte besitze. Die Unimogs und Panzertransporter würden aktuell im Krieg gegen die Kurden eingesetzt. „Wie unsere Freund*innen in Kurdistan kämpfen wir für eine befreite Gesellschaft“, heißt es weiter. Den Autoren zufolge wurden auch Mercedes-Autohäuser in Bern und Basel mit Farbe beschmiert.

Die Gruppe #fight4rojava, die sich unter anderem über einen Kanal auf dem Messengerdienst Telegram organisiert, hat eine sogenannte „Aktionswoche“ gestartet, bei der die Verantwortlichen des Krieges der Türkei gegen die Kurden im Norden Syriens „zu besuchen“.

Der für die Aufklärung politisch motivierter Straftaten zuständige Staatsschutz im Landeskriminalamt hat die Ermittlungen übernommen.