Berliner Fußball-Hooligans sind nach Erkenntnissen der Behörden auch gegen Flüchtlinge aktiv. Für einen im August auf eine Unterkunft in Marzahn verübten versuchten Brandanschlag gelten damalige Mitglieder vom „Bündnis deutscher Hools“ (auch „B.D.H.“) als mutmaßliche Initiatoren, wie die Senatsverwaltung für Inneres auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Clara Hermann antwortete. Zudem hätten sie sich aktiv an Demonstrationen gegen Flüchtlingsunterkünfte beteiligt. Die Gruppierung habe im September auf Facebook ihre Selbstauflösung erklärt.

Der Hooligan-Gruppierung waren zuletzt Mitglieder im „mittleren zweistelligen Bereich“ zugeordnet worden. Zwei von ihnen galten als gewaltbereit. Etwa 20 Personen nahmen den Angaben zufolge regelmäßig an Bärgida-Demonstrationen teil.
Die Gruppierung galt als Berliner Ableger der fremdenfeindlichen Szene um die „Hooligans gegen Salafisten“ („HoGeSa“). Sie agierte früher auch unter anderen Namen. Mitglieder arbeiteten zudem mit der rechtspopulistischen „Bürgerbewegung Pro Deutschland“ zusammen.

Hermann sprach von einem „besorgniserregenden Trend“. Sie forderte, dass Vereine und die Fanszene in ihrer Arbeit gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Diskriminierung gestärkt werden. (dpa)