Immer mehr Unternehmen in Berlin melden Insolvenz an.
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BerlinIn Berlin sind in diesem Jahr im Bundesvergleich die meisten Firmen in die Knie gegangen. Pro 10.000 Unternehmen meldeten 92 Insolvenz an, wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Dienstag auf Grundlage einer Schätzung mitteilte. Damit rutschten in der Hauptstadt anteilig mehr Unternehmen in die Pleite als in den übrigen Bundesländern. Bekanntestes Beispiel ist die Fluggesellschaft Germania, die im Februar den Betrieb einstellte.

An zweiter Stelle liegt Hamburg mit 86 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen, Thüringen ist mit 33 am wenigsten betroffen. Der Dienstleister schätzt, dass in diesem Jahr in der Hauptstadt 1.420 Firmen den Gang zum Insolvenzgericht antraten, also 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr, während die bundesweite Zahl nach Jahren des Rückgangs stagnierte.

Jeder achte Berliner gilt als überschuldet

„Der seit Jahren andauernde Rückgang der Insolvenzen in Deutschland geht zu Ende“, erklärte die Auskunftei. „Die konjunkturelle Abschwächung in Deutschland schlägt sich zunehmend in den Insolvenzzahlen nieder.“ Auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen stieg demnach in Berlin: Sie erreichte 980 und stieg mit 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr deutlich stärker als die Zahl der Einwohner. Etwa jeder achte Berliner gilt als überschuldet.

Die offizielle Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2019 wird das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg erst im März kommenden Jahres liefern. 2018 wurden dort für Berlin 1.364 Pleiten gezählt.   Für das laufende Jahr wurde allerdings bereits ein Rückgang der Gewerbeanmeldungen registriert. In den ersten drei Quartalen wurden insgesamt 32.686 Gewerbe angemeldet. Das waren etwa 1.200 Anmeldungen weniger als in den ersten neun Monaten des Vorjahres.