Die Berliner Polizei rüstet weiter gegen den Terror auf. Unter den insgesamt 2600 Einsatzfahrzeugen der Behörde gibt es 29 gepanzerte Autos. Zusätzlich können Einsatzleiter bei Bedarf auf vier Panzerwagen mit der Bezeichnung "Sonderwagen 4" zurückgreifen. Dies geht aus einer Anfrage des CDU-Abgeordneten Burkarrd Dregger an den Senat hervor.

Die Berliner Polizei wappnet sich weiter gegen bewaffnete Anschläge. Immer mehr Autokarosserien müssen Schüsse aus Sturmgewehren wie der AK 47 oder Splitter von Handgranaten standhalten. Dafür werden weiter Autos angeschafft, die den aktuellen Schutzanforderungen entsprechen.

Karosserie hält Sturmgewehr-Beschuss stand

Das bedeutet: "Die geschützten Fahrzeuge der Polizei Berlin, die in Terrorlagen eingesetzt werden, müssen über die höchste auf dem Markt erhältliche ballistische Schutzklasse für zivile Fahrzeuge verfügen. Nach aktuellem Standard des BKA handelt es sich hierbei um die Schutzklasse mit der Bezeichnung VR9", erklärt Torsten Akmann von der Senatsinnenverwaltung. Die gepanzerten Autos müssen in der Lage sein, "Personen geschützt im Einsatzraum zu transportieren", so Akmann. Zudem muss es möglich sein, auch unter Beschuss einen Gefahrenbereich zu evakuieren.

Alle 29 Sonderschutzfahrzeuge der Berliner Polizei haben demnach einen 51 Millimeter dicken Stahlhartkern in der Karosserie, der auch großkalibrigen Schüssen aus Sturmgewehren aus zehn Metern standhält. Diese Auto sind vor allem Zivilfahrzeuge, die Personen schützen sollen.

Panzerwagen bei Amoklagen

Zusätzlich verfügt die Berliner Polizei über vier Panzerwagen (Sonderwagen 4), die sich in der Vergangenheit bei Straßenkämpfen bewehrt haben. Sie kommen insbesondere bei Amoklagen zum Einsatz. Zu den Aufgaben ihrer Besatzung gehören: Geschütztes Heranführen von Polizisten beim Einsatz gegen Bewaffnete, Schutz gefährdeter Personen, geschütztes Retten von Verletzten, Einrichten und Verstärken von Absperrungen, Überwinden und Beseitigen von Hindernissen.

Die Investitionen für die Ausstattung im Anti-Terror-Kampf sind noch längst nicht abgeschlossen. Im vergangenen Jahr hieß es, der Senat wolle bis 2018 etwa sechs Millionen Euro für neue Ausrüstung und Panzerwagen bereitstellen. "Derzeit beschafft die Polizei zwei gepanzerte Fahrzeuge der Schutzklasse VR9, darunter einen sogenannten 'Survivor'", so Akmann. In diesem riesigen gepanzerten Geländewagen sind die Insassen sogar vor giftigen Gasen geschützt. Ein "Survivor" soll Ende 2017, der andere Ende 2018 an die Berliner Polizei ausgeliefert werden. "Darüber hinaus ist im Jahr 2018 die Beschaffung von zwei geschützten Fahrzeugen für den Personenschutz geplant", erklärt Akmann.

Neue Dienstwaffen für Polizisten

Doch nicht nur neue Panzerwagen soll die Berliner Polizei bekommen. Im Rahmen der bereits laufenden Beschaffungsmaßnahmen werden gerade neue Dienstpistolen und ein neues Langwaffensystem für die Berliner Bereitschaftspolizei angeschafft. Wie viele Waffen dies sein werden, geht aus der Anfrage nicht hervor. Bisher verfügt die Berliner Polizei über 21.624 Dienstpistolen (Typ P6), 3 263 Maschinenpistolen (MP 5) sowie elf Gewehre (G8) als Turmbewaffnung für die gepanzerten Sonderwagen 4.