Antifa-Demo in Schöneweide : Demo gegen Naziladen „Hexogen“

Berlin - Linke Gruppen haben am Sonnabend gegen den Naziladen „Hexogen“ in Berlin-Schöneweide demonstriert. Die Veranstalter, das Bündnis „Turn left, smash right! Nazistrukturen in Schöneweide aufdecken und bekämpfen“ forderten mit der Antifa-Demo konkret die Schließung des von dem Berliner NPD-Landesvorsitzenden Sebastian Schmidtke seit einem Jahr betriebenen Geschäfts. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich rund 150 Menschen an der Aktion.

Den Veranstaltern zufolge verkauft Schmidtke Kleidungsstücke, volksverhetzende CDs und Waffen. Der Vermieter des Ladenlokals habe den Vertrag mit dem NPD-Politiker nach Eröffnung des Geschäfts vor einem Jahr gekündigt. Seitdem beschäftigt sich ein Gericht mit dem Fall.

Die Demonstration verlief nach Polizeiangaben weitgehend friedlich. Gegen fünf Demonstranten wurden Strafermittlungsverfahren eingeleitet. Sie sollen gegen das Verbot der Vermummung verstoßen oder Waffen bei sich getragen haben. In einem Fall lautete der Vorwurf auf Verleumdung.

Nach Auflösung der Demonstration kam es der Polizei zufolge zu einer Auseinandersetzung. Ein alkoholisierter Anwohner bedrohte einen 27-Jährigen mit einem Messer, woraufhin dieser dem 54-jährigen Angreifer Pfefferspray ins Auge sprühte. Nach Angaben der an der Demonstration beteiligten Initiative „Uffmucken“ handelt es sich bei dem 27-Jährigen um NPD-Chef Schmidtke. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung. Gegen den 54-Jährigen wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Bedrohung eröffnet. (dpa)