Berlin - Rabbiner Daniel Alter verkleidet sich. Denn wenn Jugendliche in Berlin seine Kippa sehen, muss er mit Anfeindungen, ja sogar mit Gewalt rechnen. Besonders - da formuliert Alter vorsichtig - bei Teenagern „mit türkischem oder arabischem Background“. „Ich hasse alle Juden“, habe ihm ein Junge an einer Bushaltestelle entgegengeschleudert. „Ich habe ihn gefragt, wie viele er denn kennt. Da mussten wir beide lachen“, erzählt der Rabbiner. Nicht immer geht es so gut aus.

Alter hat auch Gewalt erlebt. Doch darüber redet er nicht gern. Lieber über die große Solidarität, die seine Familie nach dem Überfall im August vergangenen Jahres erfuhr. Aber er sagt auch: „Für Menschen, die sich öffentlich als Juden zu erkennen geben, gehört Antisemitismus zum alltäglichen Leben.“ Pöbeleien, judenfeindliche Graffiti auf dem Spielplatz, das sei normal in Berlin.

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