Berlin -  Zum Abschied von Aldi pfiff nochmal der Wind. Vor der Markthalle Neun in Kreuzberg flatterten die Protest-Plakate, gehalten von Trauernden in Schwarz, vor einem Sarg mit Abschiedsbotschaften. „Gestorben: Halle für alle“, „Stop Gentrification“, „Hipster-Food tut Kreuzberg nicht gut“, stand auf den Plakaten der etwa 100 Demonstrierenden bei noch einmal so vielen Schaulustigen am Freitag. Es war nach 44 Jahren in der Markthalle der letzte Tag der Discounter-Filiale, die trotz Protesten vieler Anwohner nun ausziehen muss.

„Markthalle Neun, Trauer tragen wir, denn du bist so voller Gier“, trug Protest-Organisatorin Stefanie Köhne von der Initiative „Kiezmarkthalle“ in einem selbst gereimten Gedicht vor. „Wir Anwohner gehören nicht dazu, Touristen sind für dich die heilige Kuh.“ Der Bundestagsabgeordnete Pascal Meiser (Die Linke) forderte in seiner Rede: „Der Bezirk soll denjenigen gehören, die hier leben, nicht denjenigen, die das große Geld haben.“ Zum Schluss wurde der Sarg mit den Abschiedsgrüßen noch um die Markthalle getragen.

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