Berlin - Ursula Minkischak steht vor einem der zehngeschossigen Wohnhäuser in der Salvador-Allende-Straße in Köpenick. „Ich wohne mit meinem Mann in einer Wohnung in der vierten Etage“, sagt sie. „Jetzt genieße ich aus unserer Wohnung noch morgens den Blick auf den Sonnenaufgang.“ Künftig werde das nicht mehr möglich sein. Grund für die Sorge: Ihr Vermieter, die Wohnungsbaugenossenschaft Amtsfeld, will auf dem Parkplatz vor den Gebäuden aus der DDR-Zeit zwei sechsgeschossige Neubauten errichten. Jeder 92 Meter lang und knapp 18 Meter hoch. Abstand zu den Bestandsbauten: 24 Meter. Wenn sie daran denke, werde sie „traurig – aber auch wütend“, sagt Minkischak. „Als uns die Genossenschaft über die Pläne informiert hat, haben wir gedacht, nein, das kann nicht sein.“

Per Brief hatte die Genossenschaft ihren Bewohnern im Frühjahr 2020 mitgeteilt, dass sie sich entschieden habe, den „Wohnungsbestand auf dem Parkplatz vor den Gebäuden Salvador-Allende-Straße 25–45 durch einen Neubau zu erweitern“. Eine Bebauung des Innenhofes sei ausgeschlossen. Der Protest folgte auf dem Fuße. In einer Unterschriftensammlung warfen Bewohner dem Vorstand und Aufsichtsrat „undemokratisches Verhalten“ und eine „inakzeptable Informationspolitik“ sowie eine „gezielte Nicht- und Spätinformation der Genossenschaftsvertreter und -mitglieder über die Neubaupläne“ vor.

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