Rund 25 500 Haus- und Wohnungseigentümer im Umkreis des künftigen Flughafens Berlin Brandenburg haben Anspruch auf Schallschutz. 14 000 davon befinden sich so nah an den Enden der beiden Start- und Landebahnen, dass ihnen der Planfeststellungsbeschluss den vollen Schutz zubilligt. Dazu gehören besonders dichte Fenster und die Dämmung von Wänden und Dächern. Wo baulich kein Lärmschutz möglich ist, wird eine Entschädigung gezahlt. Diese soll 30 Prozent des Verkehrswerts betragen – allerdings ist derzeit noch strittig, wie der Verkehrswert zu bemessen ist.

Ursprünglich standen 139 Millionen Euro für den Schallschutz bereit. Jetzt wird mit fünfmal so hohen Kosten gerechnet – bis zu 700 Millionen Euro. Der Grund: Die Flughafengesellschaft hat die Vorgaben der Planfeststellung falsch eingeschätzt. Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte im Januar, dass der Fluglärm in den Wohnungen die normale Gesprächslautstärke nicht übersteigen darf, dies entspricht 55 Dezibel.

In der Diskussion geht es zurzeit um die Menschen, die in 4 300 Wohnungen unweit der südlichen Start- und Landebahn leben. Über deren Köpfe werden Jets fliegen, wenn wie geplant die Nordbahn saniert wird, die schon lange der alten Flughafen Schönefeld nutzt. Die Arbeiten an der Nordbahn sollten im Juli beginnen. Bis dann lässt sich aber der Schallschutz für die 4 300 Haushalte nicht verwirklichen. Die Erneuerung der Asphaltpiste wurde deshalb um mindestens neun Monate verschoben.

Während Flughafenchef Mehdorn nahelegt, dass die Verschiebung zu einer Verzögerung der BER-Eröffnung führen könnte, sagte der brandenburgische Flughafenkoordinator am Montag, das Bauprojekt habe keine Auswirkung auf die Arbeiten am Terminal. (dpa/BLZ)