Berlin - Es ist zwar eine ziemlich simple Story, aber immerhin führt sie die Zuschauer an die Strände der Carmargue, vorbei an duftenden Orangen-Gärten, durch die Wüste und in einen Eispalast. Und manchmal ist die Illusion perfekt: Es wirkt mystisch, wenn das bläulich-silberne Mondlicht erscheint und die Klänge einer NewStrad ertönen, einer Geige, die die „jahrhundertealte Geigenbaukultur Stradivaris und moderne Technologie“ vereinen soll. Wenn dann noch Pferde dazukommen, die den Eindruck vermitteln als schwebten sie eher über den Boden statt darauf zu laufen, wenn sie zur Musik tanzen und die Reiter wie schwerelos tragen, dann ist das schon hohe Kunst.

„Gemeinsam bis ans Ende der Welt“ heißt diese neueste Apassionata-Show, die seit Anfang November auf großer Tournee ist und von Freitag bis Sonntag in der O2-World am Ostbahnhof in Berlin Station machte. Das Pferdetheater begeisterte in seiner neunten Saison schon in London, Prag und Rotterdam die Zuschauer.

Wie auf anderen Tour-Stationen kam es auch in der deutschen Hauptstadt zum Promi-Treff. Sänger und Entertainer Björn Casapietra ließ sich ebenso sehen wie die Schauspielerinnen-Schwestern Anja und Gerit Kling, auch TV-Star Natalie Wörner und ihr Kollege Jaecki Schwarz kamen. Zu sehen waren ebenfalls die Schauspielerin Sandra Steffl und der Schauspieler und Modemacher Julian Stoeckel.

Schauspielerin Barbara Schöne ließ sich sogar von 39 Grad Fieber den Show-Besuch nicht vermasseln. Am Sonnabend hatte Maria Pyco, eine Freundin, die beinahe mal ihre Schwiegermutter geworden wäre, vorsichtshalber Wadenwickel gemacht: „Das alte Hausmittel hat zum Glück etwas gewirkt“, sagte Schöne, Sie möge nämlich Pferde über alles. Schon im Alter von 24 Jahren sei sie auf der Trabrennbahn Mariendorf regelmäßig Rennen gefahren, habe trainiert und die Pferde natürlich ordentlich gestriegelt und geputzt, was dazugehöre. „Vor zwei Jahren noch bin ich bei einem Prominentenrennen in Karlshorst mitgefahren.“

"Zusammenspiel von Tier und Mensch"

Nie entgehen lässt sich auch Defa-Chefindianer Gojko Mitic (Leuten aus westlichen Teilen der Bundesrepublik vielleicht besser bekannt als Winnetou bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg, von 1992 bis 2006) eine Apassionata-Show. „Ich habe mit sechs Jahren angefangen zu reiten. Das ist mein Sport“, sagte er. Ein eigenes Pferd hält er zwar nicht („Keine Zeit dazu!“), aber noch immer nutzt er jede Gelegenheit, um hoch zu Ross durch die Natur zu streifen. Auch wenn die Rösser bei Apassionata statt durch die Natur durch den Reitsand in der Manege traben – Mitic ist dennoch Fan: „Das Zusammenspiel von Tier und Mensch, die Musik und die Farben, das ist doch ein großartiges Erlebnis.“

Bis jetzt kamen mehr als 200.000 Gäste zu den Shows. Schon in dieser Woche reisen die mehr als 100 Mitwirkenden weiter nach Helsinki: mit über 50 Pferden, zwei Stallzelten und 56 Boxen. Sieben Lkw werden allein für das Equipment gebraucht. Darunter sind beispielsweise das 800 Quadratmeter große Bodentuch, das in den Vorstellungen das Meer symbolisiert, acht Wasserbecken und 100 Moonlights. Die Pferde benötigen bei der Tour unter anderem 100 Tonnen Reitsand und 2500 Kilogramm Stroh, 1500 Kilogramm Heu und 1000 Kilogramm Müsli und Hafer.

Nach 30 Tour-Stationen in Europa ist Mitte Mai zunächst Schluss. Doch nach einer Sommerpause folgt dann die Jubiläumstour Ende kommenden Jahres. In Berlin wird die 10. Apassionata-Show am 19. und 20. Januar 2013 zu sehen sein, wurde am Sonntag verraten. Ihr Titel: „Freunde für immer.“