Ein Leben ohne Haustier kann sich Lisa Schneider eigentlich nicht vorstellen. „Seit meiner Kindheit hatte ich immer einen Hund. Für mich der perfekte Ausgleich zum stressigen Alltag“, sagt sie. Doch inzwischen arbeitet sie als Flugbegleiterin und ist ständig unterwegs, manchmal jettet sie auch mehrere Tage am Stück durch die Welt. Deshalb musste sie sich entscheiden zwischen Vollzeit-Arbeit und Haustier. Beides ließ sich nicht mehr vereinbaren.

Das störte sie, deshalb fing sie an, über Lösungsmöglichkeiten nachzudenken, wie es Großstädtern mit Ganztagsjobs möglich sein könnte, Zeit mit einem Haustier zu verbringen. Seien es nur für ein paar Stunden oder vielleicht eine Nacht. „Meine Liebe zu Tieren ist einfach riesengroß und die möchte ich teilen“, sagt sie. Nach monatelanger Suche kam sie auf Idee eine App zu entwickeln, „PetsForFriends“ heißt sie.

„Mein Freund hat mich dabei unterstützt“, sagt Schneider. Das Paar teilte sich die Arbeit. Schneider begann zu zeichnen, zu designen und zu texten. Ihr Freund Rafael Smith (29) hat getüftelt und programmiert. Nutzern der App soll es möglich sein, von zu Hause aus, jemanden aus der näheren Umgebung zu finden, der sich einmalig oder regelmäßig um sein Tier kümmern und es ausleihen kann. Sei es für einen Spaziergang am Wochenende, für Spielstunden, für Übernachtungen oder auch für den Urlaub.

Dazu erstellt sich jeder Nutzer ein Profil mit Informationen zu seiner Person und dem Haustier, gibt seine Adresse ein und sucht nach dem, was er wünscht. „Die Leute wollen dazu nicht erst in den Supermarkt laufen und ans Schwarze Brett gucken. Per App ist die Suche jetzt schneller und bequemer. Hat man eine vertrauenswürdiges Profil gefunden, schreibt man einfach eine Nachricht und verabredet sich zuerst mit dem Anbieter an einem öffentlichen Ort. Wenn es dann passt, kommt beim nächsten Mal das Tier dazu.

Die App ist kostenlos für Android und iPhone erhältlich und kann ganz einfach heruntergeladen werden. Die Mitgliederzahl wächst täglich. Etwa 400 Leute aus Berlin, Frankfurt und Hamburg haben sich schon angemeldet. „Haustiere tun der Seele gut“, sagt Schneider.

Verantwortung nur für kurze Zeit

Sie freut sich, wenn sie auf diesem Weg für ausreichend Aufmerksamkeit und Bewegung für die Tiere sorgen und Tierfreunden gleichzeitig eine Freude bereiten kann. Für sie und ihren Freund Rafael ist es sowieso die perfekte Lösung. „Wir gehen jede Woche mindestens einmal mit einem Hund spazieren und wollen Tiere demnächst auch mal für längere Zeit aufnehmen“, sagt Schneider.

In den USA kam vor zwei Jahren die Idee auf, Hunde mieten zu können. Doch die Konzepte unterscheiden sich, denn bei „PetsForFriends“ übernimmt der Tierfreund die Verantwortung nur für kurze Zeit, nicht für Monate wie in den USA. Und er hilft dem Tierhalter, der sich die Ausgaben für eine Tierpension spart.