Die Polizei hat am Donnerstagmorgen fünf Wohnungen und ein Autohaus in Berlin durchsucht. Ab 6.30 Uhr hatten die Beamten in Charlottenburg, Neukölln, Treptow, Schöneberg und Steglitz Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt.

Im Fokus der stadtweiten Razzia standen Mitglieder der arabischen Großfamilie A. Ihnen wird vorgeworfen, teure Sportwagen wie Lamborghinis und Ferraris durch Betrug illegal vermietet zu haben. Eine Festnahme gab es bisher nicht.

Dutzende Beamte von Polizei und Staatsanwaltschaft durchsuchten unter anderem die Autovermietung Upper Cars an der Lietzenburger Straße, ein Autohaus in Steglitz sowie Wohnungen von Mitarbeitern der Autohändler an der Cubièrestraße in Schöneberg und an der Fraunhofer Straße in Charlottenburg. Der Geschäftsführer der Autovermietung ist ein Mitglied der arabischen Großfamilie A. Die Staatsanwaltschaft äußerte sich zu dem Einsatz und den Vorwürfen bisher nicht.

Fluchtwagen für Straftaten

Die Autovermietung rückte immer wieder ins Visier der Ermittler, weil Mitglieder der arabische Großfamilie A. Fahrzeuge von dort als Fluchtwagen bei Straftaten genutzt haben sollen. Im Februar 2016 soll beispielsweise ein hochmotorisierter VW Phaeton von Upper Cars bei einem Juwelierraub in Kassel beteiligt gewesen sein.

Die Familie A. ist mit rund 300 Mitgliedern eine der größten arabischen Großfamilien in Berlin. Ihr Oberhaupt kam in den 80er Jahren aus dem Libanon in die Hauptstadt. Nicht alle Familienmitglieder sind kriminell. (lex./kop.)