Berlin - Die schlichten Gebäude stünden im krassen Gegensatz zur Friedrichswerderschen Kirche und zur Bauakademie, die mit fein strukturierter Fassade wieder errichtet werden solle.

Auch die Gesellschaft Historisches Berlin erneuert ihre Kritik: „Die Häuser fügen sich einfach nicht in die historische Umgebung ein“, sagt der Vorsitzende Gerhard Hoya. Er hatte die Entwürfe zuvor in dieser Zeitung als „intellektuelle Frechheit“ bezeichnet. Seiner Ansicht nach ist die Betonung der Erdgeschosszonen mit Geschäften zu zurückhaltend, in der Gestaltung der Putzfassade fehlten Strukturelemente etwa Gesimsbänder.

Angesichts der Kritik sagt Manfred Kühne von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung: „Jetzt sind alle alarmiert.“ Er verteidigt aber die Entscheidung für das Berliner Büro Volker Staab Architekten sowie Bruno Fioretti Marquez. Für die eher privat genutzten Gebäude habe der Senat eine zurückhaltende Gestaltung empfohlen, so Kühne. Und spricht von einer „modernen Interpretation der Putzfassade“.

Architekt José Marquez sagt: „Wir diskutieren nicht über Gesimsbänder und Balustraden.“ Vielmehr reagiere man mit leichten Verzierungen an den Fenstern, im Erdgeschoss, mit Schattenwirkungen sowie einem flachen Kupferdach auf die Geschichte des Ortes.

Die Entwürfe sind bis 28. Juni in der Bauakademie, Schinkelplatz 1, täglich 12–18 Uhr, ausgestellt.