Im Sommersemester 2017 hat der Deutsche Werkbund e.V. in Berlin einen Ideen-Wettbewerb unter Architektur-Studenten ausgeschrieben. Gesucht wurden visionäre Ideen für eine Umgestaltung des Ernst-Reuter-Platzes in Charlottenburg. Die Schirmherrschaft trug Edzard Reuter, Sohn von Ernst Reuter, dem ehemaligen Regierenden Bürgermeister Berlins und Namensgeber des Platzes. Der Ernst-Reuter-Platz ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in Berlin. Er ist von zahlreichen Bürogebäuden der Nachkriegszeit umgeben, sein Zentrum bildet ein großer Brunnen. In unmittelbarer Nähe des Platzes befindet sich auch das Hauptgebäude der Technischen Universität (TU) Berlin.

Die angehenden Architekten konnten ihre Phantasie spielen lassen, sollten jedoch eine flexible Verkehrsplanung, begrenzte Ressourcen und die Energiewende berücksichtigen. Insgesamt wurden 17 Entwürfe von Studierenden von drei Universitäten eingereicht. 

Der Verein hatte die Hafencity Universität in Hamburg, die Technische Universität Dresden und die Technische Universität in München dazu eingeladen, Vorschläge einzusenden. Studierende der Berliner TU nahmen nicht an dem Ideenwettbewerb teil, da es dort in diesem Sommersemester laut dem Verein keine Kapazitäten gab.

Siegerehrung und Ausstellungs-Eröffnung

Nun stehen die Sieger fest. Zu den besten Entwürfen gehören zwei Arbeiten von Studenten der Hafencity Universität Hamburg. Darunter befindet sich die Arbeit von Jonas Käckenmester, David Lüken und Daniel Pehl, die sich den Ernst-Reuter-Platz der Zukunft dreigeschossig abgesenkt vorstellen (siehe Foto). In belichteten Raumkanten sollen Leseplätze einer Bibliothek untergebracht werden. Der Entwurf ist laut Jury zukunftsweisend und gehe respektvoll mit Realitäten um. Ein Sonderpreis ging auch an Studierende der Technischen Universität München.

Am Donnerstagabend um 19 Uhr werden die Leistungen der Studenten bei der Verleihung des "Förderpreises Werkbund Berlin 2017" im Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin ausgezeichnet. Dort wird auch die Ausstellung eröffnet, bei der die Ergebnisse des Ideenwettbewerbs zu sehen sein werden.

Keine Umsetzung möglich

Umgesetzt wird allerdings keiner der Siegerentwürfe, da fast der gesamte Ernst-Reuter-Platz unter Denkmalschutz steht, erklärt Angelika Günter vom Werkbund Berlin. "Die Studentenarbeiten leisten dennoch einen wichtigen Beitrag im Stadtdiskurs zur City West.", so Günter. 

Der Werkbund Berlin veranstaltet jährlich Ideen-Wettbewerbe, bei der sich junge Architekten mit aktuellen Fragestellungen der Stadtentwicklung auseinandersetzen.

Ausstellung der Ergebnisse im Architekturmuseum der TU Berlin am 28. Juli von 12 bis 15 Uhr, sowie vom 31. Juli bis zum 3. August von 12 bis 17 Uhr.