Erst Reißzwecken, dann Rasierklingen, jetzt Nähnadeln: Auf dem Spielplatz am Arnimplatz in Prenzlauer Berg sind in den vergangenen drei Wochen scharfe und spitze Gegenstände gefunden worden. Die Polizei geht davon aus, dass sie dort absichtlich platziert wurden, um Kinder zu verletzen. Ermittelt wird wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung.

Der jüngste Vorfall wurde am Montagmorgen gemeldet. Eine Anwohnerin alarmierte um 8.30 Uhr die Polizei, weil sie mehrere Nähnadeln im Sandkasten entdeckt hatte. Während der Spurensicherung sprach ein weiterer Anwohner die Polizisten an. Er gab an, am Sonntag auf einem benachbarten Spielplatz an der Schievelbeiner Straße eine Rasierklinge gefunden zu haben.

Spielplatz gesperrt

Die Polizei prüft nun Zusammenhänge zwischen diesen und weiteren Spielplatz-Funden. Bereits am Donnerstag vergangener Woche hatte ein 40-jähriger Vater drei scharfe Rasierklingen und eine Nähnadel auf dem Spielplatz am Arnimplatz gefunden. Sein Sohn, der in dem Sand spielte, blieb unverletzt.

Alarmierte Polizisten sperrten den Spielplatz ab und informierten das zuständige Bezirksamt Pankow. Das Grünflächenamt hatte daraufhin den Sand durchgesiebt. Ermittler vermuten, dass der unbekannte Täter danach die Nähnadeln auslegte, die am Montag gefunden wurden.

Beweismittel vergleichen

Viele Eltern sind jetzt verunsichert. Anwohnerin Anna M., die gestern mit ihrer einjährigen Tochter Marie den Spielplatz am Arnimplatz besuchte, hätte sich gewünscht, dass sie vor der Gefahr gewarnt wird. „Ich hätte erwartet, dass am Eingang eine Information über die Vorfälle steht. Dann könnten Eltern selbst entscheiden, ob sie das Risiko eingehen wollen“, erklärte die 32 Jahre alte Frau. Immerhin sei das Thema seit drei Wochen bekannt.

Den ersten Fund hatte es am 6. August gegeben. Ein Spielplatzbesucher hatte ebenfalls im Sand eine Handvoll Reißzwecken gefunden. Auch er blieb unverletzt. Kriminaltechniker wollen nun die gesicherten Spuren an den Beweismittel vergleichen. Die Väter Hassan A. und Sebastian E. vermuten, dass der Täter ein „Kinderhasser“ ist. Die Ermittlungen dauern an. (mit eri.)