Berlin - Der Wolf soll in Brandenburg dauerhaft heimisch werden. In nicht zu ferner Zukunft könnten in der Region 1000 Tiere leben, berichtete die „B.Z.“ unter Berufung auf einen Plan des Potsdamer Umweltministeriums. Demnach scheine es nur noch eine Frage der Zeit, bis ein Wolf auch durch die Straßen Berlins stromere. Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (Linke) wird den Wolfs-Managementplan am kommenden Donnerstag um 10 Uhr in Potsdam vorstellen. Das Regelwerk soll bis 2017 gelten. Es war Mitte Dezember auf einer Fachtagung mit großer Mehrheit gebilligt worden.

Rund 7000 Euro Schaden

Nach Schätzungen des Ministeriums leben derzeit in der Mark 75 bis 90 Wölfe. Sie sind streng geschützt, sorgten aber auch immer wieder für Konflikte zwischen Landwirten und Tierschützern. Wie die „B.Z.“ schreibt, rissen Wölfe im vergangen Jahr zwei Kälber, 14 Damhirsche und 49 Schafe. Die Schadenssumme soll bei rund 7000 Euro liegen. Einzelne Wölfe wurden kürzlich 25 Kilometer vor Berlin gesehen. Ein Tier schaffe in einer Nacht bis zu 70 Kilometer, sagte der Artenschutzbeauftragte Andreas Pila der Zeitung. In der „taz“ sagte der Berliner Wildtierbeauftragte Derk Ehlert, Brandenburg wolle die Bevölkerung darauf vorbereiten, wie man mit dem Wildtier umgeht, das nach über 100 Jahren Pause wieder in Deutschland sei. (dpa)