Asbest-verseuchte Wohnungen: Müller: Schutz der Gesundheit das Wichtigste

Im Umgang mit asbestbelasteten Wohnungen steht der Gesundheitsschutz der Mieter für Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) im Vordergrund. „Man muss jetzt klären, was in Bezug auf den Gesundheitsschutz zu tun ist, ohne hysterisch zu werden“, sagte Müller am Mittwoch am Ende einer Experten-Anhörung im Bauausschuss des Abgeordnetenhauses. Das erste und einfachste sei die Information der betroffenen Mieter, so der Senator.

Die Grünen kritisierten, dass die landeseigene Gewobag erst auf Druck der Mieter über asbesthaltige Fußbodenplatten informiert habe. Gewobag-Geschäftsführer Hendrik Jellema verteidigte sich mit dem Hinweis, dass die Gewobag immerhin „als einziges großes Unternehmen“ sehr offensiv mit dem Problem umgegangen sei.

Mieter-Anwalt Sven Leistikow regte an, einen Entschädigungstopf für Mieter zu bilden, die wegen Asbests in den nächsten Jahren erkranken. Siegfried Rehberg vom Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen wies den Vorschlag zurück. Im Moment stelle sich die Frage nicht, sagte er.

Rehberg hatte zu Beginn der Anhörung für Unmut unter den Zuhörern gesorgt. Er sagte unter anderem über die asbesthaltigen Fußbodenbeläge: „Gott sei Dank sind diese Platten damals verbaut worden, denn sonst wären unsere Wohnungen im sozialen Wohnungsbau und im gesamten Neubau noch teurer geworden.“ Von unbeschädigten Platten gehe keine Gefahr aus, so Rehberg. Mieter-Anwalt Leistikow hielt dem entgegen, dass schon eine gelöste Asbestfaser ausreiche, um tödlich zu erkranken.