Asyl in Berlin: Experten glauben nicht an Krankheitsausbrüche in Flüchtlingsheimen

Trotz oft langer und strapaziöser Flucht sind in Berlin ankommende Asylbewerber nach Angaben von Medizinern größtenteils gesund. Harmlose Kratzer oder Erkältungen überwiegen: Die Menschen seien zwar erschöpft von ihrer Odyssee, besorgniserregende Fälle seien ihm aber bisher nicht begegnet, sagte Professor Harald Mau von der Berliner Ärztekammer (BÄK). Er hilft ehrenamtlich an der Erstaufnahmestelle am Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo). Blutabnahmen und aufwendigere Untersuchungen seien derzeit aber nicht zu leisten.

Zuletzt hatten Ärzte-Verbände etwa vor Grippewellen in Flüchtlingsunterkünften gewarnt. Auch ein Auftreten in Europa quasi ausgerotteter Krankheiten wie Polio wurde befürchtet.

Keine Gefahr

Die Umstände einer Flucht machten anfällig für Krankheiten - größere Ausbrüche hält man aber auch beim Robert Koch-Institut (RKI) für sehr unwahrscheinlich. „Wir sehen im Moment keine Gefahr für die Allgemeinbevölkerung“, sagte der Infektionsspezialist Andreas Gilsdorf der Deutschen Presse-Agentur. Er leitet den Bereich, in dem das Ausbruchsgeschehen in Deutschland überwacht wird. Sehr wichtig sei, dass die Bevölkerung gegen ansteckende Krankheiten wie Masern geimpft sei

Bei der Berliner Ärztekammer haben sich nach eigenen Angaben bislang etwa 800 Ärzte gemeldet, die ehrenamtlich helfen würden. Bisher sind laut Berliner Caritas, die die Hilfe vor dem LaGeSo organisiert, täglich vier Mediziner ehrenamtlich im Einsatz. „Wir versuchen, Härtefälle rauszuziehen, zum Beispiel Schwangere mit Wehen“, sagte Caritas-Sprecher Thomas Gleissner. „Von regelhaften Abläufen sind wir aber weit entfernt.“ Erst nach der Registrierung gibt es einen größeren Gesundheitscheck - bis dahin sei es „eine kritische Phase“. (dpa)