Asylbewerber in Berlin: Henkel will eigene Behörde für Flüchtlinge aus Westbalkan

Innensenator Frank Henkel (CDU) fordert für die Hauptstadt eine Zentralstelle für Asylbewerber aus den Westbalkan-Staaten. „Wir brauchen eine Erstaufnahmeeinrichtung nur für den Westbalkan“, sagte Henkel am Freitag bei einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer in Berlin. Darin sollten das Landesamt für Gesundheit und Soziales, die Ausländerbehörde und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zusammenarbeiten. Ziel müsse es sein, die Menschen schneller in ihre Heimatländer zurückzubringen. Derzeit würden weniger als ein Prozent der Asylbewerber aus diesen Ländern anerkannt.

Insgesamt kämen zurzeit täglich 600 bis 1000 Flüchtlinge in Berlin an. „Das ist eine Ausnahmesituation“, fügte Henkel hinzu. Auf Dauer wäre eine so hohe Zahl zu viel für die Stadt. Zu jüngsten Äußerungen des Regierungschefs und Koalitionspartners Michael Müller (SPD) sagte Henkel: „Ich habe eine andere Meinung als Müller, wenn er sagt, wir können noch mehr aufnehmen.“

Müller hatte trotz der immer schwierigeren Suche nach Unterkünften am Donnerstag im Abgeordnetenhaus erklärt: „Wir sind weit entfernt von einer Krise oder Katastrophe.“

Nach Ansicht Henkels wird jedoch in der Politik noch „zu wenig über die Folgen“ des Flüchtlingsandrangs gesprochen. „Die zu uns kommen, sind nicht alle Ärzte, Krankenschwestern und Ingenieure. Es ist nicht so“, betonte der Senator. Zuwanderung sei aber - unabhängig vom derzeitigen Flüchtlingsdrama - „eine Riesenchance“, weil die Unternehmen Arbeitskräfte suchten.