Asylbewerber in Berlin: Polizeipräsident sieht keine steigende Kriminalität um Flüchtlingsheime

Angesichts zahlreicher Demonstrationen gegen die Asylpolitik hat Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt rechte Propagandabehauptungen über angeblich kriminelle Flüchtlinge zurückgewiesen. „Wir haben mal untersucht, ob im Umfeld der Flüchtlingsunterkünfte tatsächlich mehr Kriminalität festgestellt wird, das ist nicht der Fall“, sagte Kandt der Deutschen Presse-Agentur.

Es habe Körperverletzungen gegeben, die aus Spannungen in der Heimsituation entstanden seien, wo viele Menschen und Kulturen zusammenwohnten, sagte Kandt. „Wir haben auch einen geringen Anstieg beim Ladendiebstahl gehabt, aber wirklich sehr gering. Als Resümee kann man sagen: Von den Heimen geht keine Kriminalität aus.“ Kandt betonte: „Es sind ja auch keine Kriminellen, die kommen, sondern Flüchtlinge.“

Kandt: Die Containerdörfer kommen

In der nächsten Zeit rechnet der Polizeipräsident aber nicht mit einer Beruhigung der Debatten. „Die Containerdörfer kommen und die Leute werden wohl auch für einige Zeit bleiben.“ Im Nahen Osten sei so schnell keine Lösung in Sicht, so dass die Menschen dort weiterhin auf der Flucht sein würden.

Es habe sich aber gezeigt, dass die Proteste abnehmen, wenn die Containerdörfer erstmal bezogen seien. Um das Flüchtlingsheim in der Carola-Neher-Straße in Hellersdorf, wo es vor einem Jahr Proteste gab, habe sich die Lage inzwischen beruhigt. „Und ich hoffe, dass das auch bei den anderen Unterkünften so sein wird, wenn erstmal Normalität eingekehrt ist.“