Attacke auf Bezirksverordneten: Anschlag auf Politiker der Linken

Berlin - Erneut ist in Treptow-Köpenick ein Anschlag auf einen Kommunalpolitiker verübt worden: In der Nacht zu Mittwoch wurde in Adlershof das Wohnhaus des Bezirksverordneten Hans Erxleben (Linke) attackiert. Eine Fensterscheibe wurde mit einem Ziegelstein zerschlagen, der Hausbriefkasten gesprengt. Nach Information der Berliner Zeitung waren mehrere „Polenböller“, die den Sprengstoff TNT enthalten, hineingeworfen worden.

Erxleben ist Sprecher des Bündnisses für Demokratie und Toleranz im Bezirk. Es wird davon ausgegangen, dass Rechtsextreme die Tat begangen haben. „Bislang haben es die Rechtsextremen bei verbalen Attacken belassen, doch diesmal wurden sie tätlich“, so Erxleben. Der Staatsschutz ermittelt.

Es ist bereits der sechste Anschlag, den vermutlich Rechtsextreme in Treptow-Köpenick im August verübten. Anfang des Monats gab es auf das Wohnhaus des Juso-Politikers Nico Schmolke in Johannisthal eine ähnliche Attacke. Wie Erxleben engagiert sich Schmolke gegen Rechts. Er organisiert in Johannisthal Kiezrundgänge, auf denen Nazi-Propaganda beseitigt wird. Am 12. und 13. August wurden in Johannisthal und Oberschöneweide Jugendliche von Vermummten angegriffen. Ein junger Mann, der gerade ein NPD-Plakat entfernte, bekam Reizgas ins Gesicht gesprüht. Auch das Büro der Jusos in Oberschöneweide war mehrfach Anschlagsziel, in der Nacht zu Mittwoch wurde dort eine Tür mit einer Eisenstange beschädigt.

Das Bezirksamt rief dazu auf, sich solidarisch hinter die Opfer und jene zu stellen, „die sich in unserem Bezirk für Demokratie, ein menschliches Miteinander und einen weltoffenen Bezirk“ einsetzen. Am Montag um 17.30 Uhr findet am S-Bahnhof Schöneweide eine Solidaritätskundgebung statt. Aufgerufen haben unter anderem Antifa-Gruppen und mehrere Parteien.