Auch der Kreuzberger Anarcho-Club Jonny Knüppel ist vom Berliner Clubsterben betroffen.

Die Kunst- und Kulturstätte auf der Lohmühleninsel zwischen Kreuzberg und Friedrichshain Jonny Knüppel muss schließen. Erst im Februar haben 2000 Berliner mithilfe einer Crowdfunding-Kampagne Geld für eine anstehende Schallschutzmaßnahmen  gespendet. Der Eigentümer verlängert den Mietvertrag nicht mehr. Zum 1. Mai soll das Gelände besenrein übergeben werden.

Im Frühjahr 2015 mieteten die Betreiber die Fläche, auf der zuvor eine Autowerkstatt saß, von einem Investor. Sie unterschrieben einen Zwischennutzungsvertrag – und „fingen einfach an zu machen“, so die Betreiber. Erste Partys, eine neue Bar, eine zusätzliche Tanzfläche, dann Lesungen, Jazzkonzerte bis zu einem Vortrag über Gehirnwellen. Sporadischer Betrieb für Freunde von Freunden, der niemanden zu interessieren schien, aber auch nie eine Genehmigung vom Amt erhielt. 

Die Kulturstätte wurde immer größer, es kamen mehr Besucher, mehr Veranstaltungen, bald ein Veranstaltungskalender. Das Jonny Knüppel reiht sich in eine Reihe von Clubs ein, die in den letzten Jahren schließen mussten.

Die Hoffnung der Gruppe liegt nun darin, ihre Utopie an anderem Ort weiterentwickeln zu können. Eine Kunst- und Kulturstätte für alle und für eine andere Welt. Die Gruppe sucht ab sofort ein geeignetes Gelände und freut sich über Hinweise. (ik)