Berlin - Eine Mutter ruft an und ist den Tränen nah: „So habe ich meine Tochter noch nie erlebt! Sie hat geschrien, war völlig verzweifelt nach der Zeugnisausgabe.“ Aber nicht die Zensuren waren der Anlass, sondern die Neuaufteilung ihrer Klasse an der Staatlichen Ballettschule und Schule für Artistik. Direkt vor den Ferien erfuhr die Schülerin, dass sie in der Schule von ihren Freundinnen getrennt wird. Der Schulleiter reißt die Klassen auseinander, um Artisten- und Ballettschüler in allgemeinbildenden Fächern zu mischen. Damit soll „das Gemeinsame“ der Schule betont werden. Dabei haben die künstlerischen Disziplinen nichts miteinander zu tun. Erst nach der Wende wurden die Schulen zusammengelegt, 2010 unter ein Dach.

Andere Eltern erzählen Ähnliches. Dass sie mit den Zeugnissen weinende, am Boden zerstörte Kinder in Empfang genommen haben. Warum nur zwingt man den Schülern nach anderthalb Jahren Corona-Stress die nächste Zumutung auf? Wo die psychischen Belastungen gerade bei Kindern dramatisch gestiegen sind. Der derzeitige Schulleiter räumte öffentlich Fälle von Essstörungen ein. Wem also nutzt die Trennung?

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