Hennickendorf - Man muss vom Strandbad am Stienitzsee schon wissen, sonst käme man nicht darauf, dass sich hier ein solches Idyll versteckt. Die Straße am Südostufer des Sees bei Hennickendorf führt vorbei an  Ruinen früherer Manufakturen, an der Turbinenhalle des ehemaligen Kraftwerks Rüdersdorf und an Gewerbeansiedlungen.  Industrie und Idyll – die liegen am Stienitzsee  nahe beieinander.

Vor zehn Jahren hat David John mit seiner Lebensgefährtin das Strandbad von der Gemeinde übernommen und saniert. Eine kleine Gaststätte – Pommes 2,50 Euro, Schaschlik 3,50 Euro, Forelle 7 Euro – liegt oberhalb der gepflegten Liegewiese, die in einen Sandstrand übergeht. Flach geht es hinein in das Wasser, das aktuell gerade mal 16 Grad hat. Wem das zu frisch zum Schwimmen ist, der kann sich ein Tretboot oder ein Kanu ausleihen.

Gut drei Kilometer ist der Große Stienitzsee lang und bis zu einem Kilometer ist er breit. Die dem Strandbad gegenüberliegende Seite ist unbebaut, der Wald reicht bis an das Ufer heran. Rechts und links des Strandbads liegen Ruinen, die der früheren Mineralwassermanufaktur „Rüdersdorfer Sprudel“ beispielsweise. Die dazugehörende Gaststätte war in den 20er- und 30er-Jahren so beliebt, dass Ausflugsdampfer dort festmachten. Fahrgastschiffe verkehren auf dem See heute nicht mehr.

Die Anreise aus Berlin lässt sich mit dem Auto bewerkstelligen. Oder man nimmt die S-Bahn bis Strausberg. Die gut fünf Kilometer bis zum Strandbad sind mit dem Fahrrad in einer Viertelstunde geschafft.

Fazit: Das Strandbad Stienitzsee ist eine Badestelle in morbider Umgebung, geeignet für Familien genauso wie für Verliebte.

Adresse: Strandbad Stienitzsee: Berliner Straße 14, in Hennickendorf. Geöffnet täglich von 9 bis 20 Uhr. Eintritt vier Euro, Kinder bis 14 Jahre 1,50 Euro , bis 6 Jahre gratis. Website: www.strandbad-stienitzsee.com