Aufmarsch der „Identitären Bewegung“ und Gegendemos in Gesundbrunnen, Kurden Demo in Moabit: Am Sonnabend war die Stimmung in Berlin aggressiv. 

1400 protestierten gegen einen Aufmarsch der „Identitären Bewegung“, die laut Polizei mehrere Hundert Anhänger versammelt hatte. Außerdem gab es eine Kurden-Demo in Moabit mit rund 300  Teilnehmern. 

112 Personen wurden bei den Demos in Moabit und Gesundbrunnen am Sonnabend festgenommen. 74 Strafermittlungsverfahren wurden eingeleitet, unter anderem wegen Landfriedensbruchs, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Nötigung und gefährlicher Körperverletzung. 

Die Polizei Berlin war mit knapp 1000 Beamten im Einsatz, dazu kamen Beamte aus NRW, Niedersachsen und Brandenburg. 19 Polizisten wurden verletzt. 

Die „Identitäre Bewegung“ wendet sich gegen eine angebliche „Überfremdung“ durch Einwanderer und wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Im Vorfeld hatten die Organisatoren europaweit für den Aufmarsch mobilisiert. 

Die Rechtsradikalen hatten ursprünglich geplant, vom Bahnhof Gesundbrunnen über die Brunnenstraße und die Bernauer Straße zum Hauptbahnhof zu ziehen. An der Ecke Stralsunder Straße wurden sie jedoch durch eine größere Sitzblockade gestoppt. Die Polizei trug einige Demonstranten von der Straße. Rund um die Brunnenstraße versuchten die Gegner immer wieder, die Absperrungen der Polizei zu durchbrechen. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. 

Gegen 17 Uhr beendete der Veranstalter den Aufzug am U-Bahnhof Voltastraße. Danach kam es am U-Bahnhof Gesundbrunnen immer wieder zu Auseinandersetzung zwischen „Identitären“ und Gegnern. 

Außerdem startete um 12 Uhr die kurdische Demo „Solidarität mit Rojava und Shengal“ in Moabit. Der Aufzug musste immer wieder anhalten, weil immer wieder verbotene kurdische Vereinssymbole gezeigt und über den Lautsprecherwagen Lieder mit verbotenen Texten abgespielt wurden. In der Rathenower Straße zeigten mehrere Passanten den sogenannten „Wolfsgruß“ in Richtung der Aufzugsteilnehmer, woraufhin ein Stein und eine Flasche aus dem Aufzug geworfen wurden, die jedoch niemanden trafen.

Nach dem Aufzug nahm die Polizei am U-Bahnhof Schwarzkopffstraße mehrere Straftäter fest - und wurden mit Fahnenstangen, Faustschlägen und Tritten attackiert. (BLZ)