Berlin - Auftaktveranstaltung seiner Initiative gegen den Wiederaufbau des Stadtschlosses war am Dienstag eine öffentliche "Schlossbeschimpfung" im Rahmen der Aktion "Berlin liest". Die Berliner Zeitung war am Ort des Geschehens, der Schlosswiese, und sprach mit dem Kritiker des Schlossprojektes. Dabei ging es nicht nur um die offiziell veranschlagten Investitionen von rund 590 Millionen Euro, die seiner Meinung nach an anderen Stellen besser angelegt wären.

Sondern auch um seine Kritik, dass der Bundestag die Entscheidung für den Wiederaufbau des Stadtschlosses weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne zeitgemäßes Konzept getroffen und durchgesetzt habe. So sei die geplante originalgetreue Rekonstruktion des Schlosses seiner Ansicht nach nicht geeignet, diesen politischen Ort angemessen zu füllen.

Dass es so wenig Widerstand gegen das Schlossprojekt gibt, verwundert Abée nicht: "Für die Berliner sind 590 Millionen nur eine abstrakte Zahl, die sie nicht in Verbindung mit anderen wichtigen Themen bringen - wie der neue Flughafen oder die maroden Schulen in Berlin." Doch auch für den Architekten gilt: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Und seine Hoffnung ist, dass die Politik doch noch umdenkt und den Wiederaufbau des Stadtschlosses stoppt.