Berlin - Wasserstraßen sind umweltfreundlich, kostengünstig und sicher. Trotzdem sinkt die Menge der auf den Berlin-Brandenburger Flüssen und Kanälen transportierten Güter seit Jahren. Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg teilte im April mit, dass 2019 ein Rückgang von 11,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen war. Ein Binnenschiff ersetzt 105 Lkw. Ohne Binnenschiffe würden etwa 55.000 zusätzliche Lastwagen die Berliner Straßen verstopfen. Mit der deutschen Einheit wurde das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit, VDE Nr. 17, zum Ausbau der Wasserwege beschlossen. 2019 sollte alles fertig sein, es wird länger dauern. Der Sachstandsbericht des Bundesverkehrsministeriums vom Juni 2020 informiert, dass inzwischen bis Berlin der „eingeschränkte 2-lagige Containertransport“ per Schubverband über den Mittellandkanal und das Wasserstraßenkreuz Magdeburg „soweit fertiggestellt“ sei. Für die uneingeschränkte Nutzung werde derzeit „das Baurecht für die letzten Abschnitte zwischen Berlin und Brandenburg erwirkt“.

Das Zwei-Milliarden-Projekt knüpft an eine jahrhundertelange Geschichte der Binnenschifffahrt im märkischen Raum an. Berlin ist aus dem Kahn gebaut, sagt ein Spruch. Das trifft zu, verkündet aber nichts Besonderes. Städte konnten lange nur an schiffbaren Gewässern entstehen. Nur Schiffe konnten all das transportieren, was viele, an einem Ort geballt lebende Menschen brauchten. Kein Pferde- oder Ochsenwagen konnte vergleichbare Mengen von erheblichem Gewicht über lange Strecken bewegen.

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