Zielfahnder des Berliner Landeskriminalamtes haben am Freitagmorgen den 34 Jahre alten Insassen des Maßregelvollzuges gegen 4 Uhr in Spandau auf offener Straße überwältigt. Er habe sich nicht gewehrt.  Er wurde zurück in seine Zelle gebracht. Dort sitzt er seit 2007 wegen Totschlags.   

S. war, wie berichtet am 14. März dieses Jahres während eines begleiteten Ausgangs in einem Einkaufszentrum seinen Bewachern aus dem Maßregelvollzug der Bonhoeffer-Klinik in Reinickendorf entkommen. Weil er als gefährlich eingestuft war, wurden sofort Zielfahnder des Landeskriminalamtes auf seine Fährte gesetzt. Er war vor seiner Festnahme am Freitagmorgen bereits stundenlang observiert worden. Nähere Informationen zur Festnahme selbst teilte die Polizei nicht mit. Es hieß lediglich: „Entscheidend ist, dass wir ihn haben“, sagte ein Beamter.

Hendrik S. war 2007 in die geschlossene psychiatrische Klinik eingewiesen worden, weil er  zu Weihnachten 2006 den damals 22 Jahre alten Sohn eines Zahntechnikers Rafael P.  auf der Straße völlig grundlos mit einem Messer niedergestochen hatte.  Als Motiv sagte der Täter, dass er von dem ihm unbekannten Mann grundlos angerempelt worden sei. Der Malerlehrling schleppte sich in die Wohnung seiner damals schwangeren Verlobten  und starb in deren Armen.

„Habe immer ein Messer dabei."

Während der Verhandlung hatte er gesagt, dass er immer ein Messer mit sich trage, weil die Menschen boshaft seien. Deshalb war der Mann auch während der Fahndung als gefährlich eingestuft und die Bevölkerung gewarnt worden, nicht an den Mann heranzugehen, sondern die Polizei anzurufen. Dazu kam, dass der 34-Jährige auf Medikamente angewiesen ist, die wenn sie nicht eingenommen werden, die Aggressivität steigern können. Während der Fahndung waren 100 Hinweise zum Aufenthaltsort bei der Polizei eingegangen.