Berlin - An der Kreuzberger Galilei-Schule startete am Mittwoch das neuartige „Schulpaten“-Projekt. Dabei übernehmen Firmen Patenschaften für eine Schule. In der Galileo-Schule half ein Malereibetrieb bei der Neugestaltung des Eingangsbereiches, von den Schülern entworfene Bilder wurden dort auf die Wände gemalt. Und ein Bäckereibetrieb klärt an der Schule künftig über die Qualität von Backwaren und gesunde Ernährung auf.

Initiator des Projekts, an dem sich bisher sieben Brennpunkt-Schulen beteiligen, ist die Handwerkskammer. Teilnehmen können Schulen in sozialen Brennpunkten. Kriterium ist, dass mindestens die Hälfte der Schüler aus armen oder migrantischen Familien stammt. Die Initiative soll Schüler möglichst früh in Kontakt mit handwerklichen Berufen bringen. „In enger Zusammenarbeit wollen engagierte Bürger, Unternehmen und Grundschulen dafür sorgen, dass die Lehr- und Lernsituation an Berliner Grundschulen verbessert wird“, sagte Jürgen Wittke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer.

Laut Arbeitssenatorin Dilek Kolat (SPD) soll die Initiative Schüler besser auf den Beruf vorbereiten und dem drohenden Fachkräftemangel begegnen. Derzeit verlässt immer noch jeder zehnte Jugendliche die Schule ohne Abschluss. 27 Prozent der Lehrlinge brechen die Ausbildung ab. Gesucht werden neben Firmen auch Bürger, die als ehrenamtliche „Kümmerer“ gemeinsam mit der Schulleitung Bedürfnisse der Schule erkennen und Unterstützung organisieren. Das Land unterstützt die Initiative mit 190.000 Euro.