Man kennt das von Fahndungen der Polizei: Bei der Suche nach besonders schweren Verbrechern wird auch mal eine Belohnung ausgesetzt. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen. Auch in Kreuzberg wird gerade mit Aussicht auf Geld gefahndet – allerdings nicht nach Kriminellen.

Die Betreiber des Festsaals Kreuzberg, der vor zwei Jahren am Kottbusser Tor ausgebrannt war, suchen eine neue Veranstaltungshalle. 10.000 Euro bieten sie demjenigen, der eine Idee hat, die dann auch zum Mietvertrag führt.

Gesucht wird in Neukölln, Mitte oder Treptow

„Wir haben zwei Jahre lang alles versucht, sind aber leider erfolglos geblieben“, sagt Björn von Swieykowski. Der 42-Jährige gehört zu den Betreibern des Festsaals, der sich in den zehn Jahren seines Bestehens einen guten Namen gemacht hatte.

Nicht nur Konzerte fanden dort statt, auch Modenschauen junger Designer wurden veranstaltet, Filmvorführungen und politische Diskussionen. Ein Wiederaufbau nach dem Brand scheiterte am Widerstand des Hauseigentümers. Der will dort ein Büro- und Geschäftshaus errichten.

Die 10.000 Euro stammen aus einer Crowdfunding-Aktion, mit deren Hilfe ursprünglich der Wiederaufbau angeschoben werden sollte. Rund 32.000 Euro kamen damals zusammen, ein Großteil wurde für Statikgutachten und Architekten ausgegeben.

In Kreuzberg, sagt Swieykowski, werde es leider immer schwerer, einen geeigneten Ort für eine Konzert-Location zu finden. Deshalb orientiere man sich jetzt auf Neukölln, Mitte oder Treptow.

Die Konzerte des Festsaals fallen aber nicht aus. Sie finden quasi im Exil statt, im Astra Kulturhaus, im Lido und im SO?36. Swieykowski: „Dafür sind wir dankbar, aber wir brauchen endlich was Eigenes.“