Ausgrabungen: Ein Haus für Archäologen am Petriplatz

Kommende Woche will der Bauausschuss zusätzlich eine Millionensumme bewilligen, so dass 1,5 Millionen Euro Landesmittel zur Verfügung stehen. Damit ist gesichert, dass weitere 14 Millionen Euro Fördermittel von EU und Bund fließen.

Am Petriplatz nahe der Leipziger Straße hatten Archäologen 2007 die Grundmauern einer alten Lateinschule sowie der Petrikirche aus dem 13. Jahrhundert freigelegt. Schnell entstand die Idee, die wertvollen Funde nicht wieder zuzuschütten, sondern auf den Gründungsmauern Berlins ein archäologisches Zentrum zu errichten. So sollen die historischen Mauern für die Besucher sichtbar bleiben. Auch Ausstellungen sind geplant, um die Funde von Ausgrabungen etwa am Schlossplatz und am Roten Rathaus zu präsentieren. Zudem will das Museum für Vor- und Frühgeschichte in dem Neubau Werkstätten einrichten.

Zwar hatte sich die rot-schwarze Regierung immer zu dem Zentrum bekannt, Geld aber hatte der Senat dafür nicht eingeplant. Archäologen und Denkmalpfleger bewerteten das als „herben Schlag“ – ohne Landesanteil wären die Fördermittel verfallen. Die Grünen warfen deshalb SPD und CDU vor, ihre Wahlversprechen zu brechen. Wie Antje Kapek, die stadtentwicklungspolitische Grünen-Sprecherin, sagt, habe es durch massiven Druck ihrer Partei jetzt den überfälligen Sinneswandel bei Rot-Schwarz gegeben.

Thomas Koch von der Initiative wo-berlin-begann sieht den neuen Beschluss auch als Anerkennung des bürgerschaftlichen Engagements von Anwohnern, weil der „Petriplatz einer der wenigen authentischen Orte in Berlin ist“.