Ausschreibung Berliner S-Bahn Ring: Deutsche Bahn bewirbt sich allein

Die Bahn will auch künftig die komplette Berliner S-Bahn betreiben. Der Aufsichtsrat billigte am Donnerstag die Bewerbung der Konzerntochter S-Bahn Berlin GmbH um ein Teilnetz, für das der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg einen Betreiber ab 2017 sucht. Damit sind Überlegungen des Vorstands vom Tisch, sich in einem Gemeinschaftsunternehmen mit den Zugherstellern Siemens und Stadler zu bewerben. Dies war nach Zeitungsberichten erwogen worden. Beide Unternehmen hatten auch Interesse an Partnerschäften geäußert.

Die Ausschreibung ist eine Reaktion auf die Krise, in der die Berliner S-Bahn vor knapp fünf Jahren nach Technikproblemen, Wartungsmängeln und Missmanagement geraten war. Der Bahn brachte das millionenschwere Einbußen. Inzwischen gibt der Betreiber an, die Krise aus eigener Kraft beendet zu haben.

Ein Drittel des Betriebs - die Ringbahn mit Zubringerstrecken - sind ausgeschrieben. Zu den Bewerbern zählt die Pariser Nahverkehrsgesellschaft RATP. In den Medien wurden auch Unternehmen aus Großbritannien und Hongkong genannt.
Die Bahn teilte nicht mit, wie ihr Angebot konkret aussieht und warum sie sich gegen ein Konsortium mit Siemens und Stadler entschieden hat. „Der Entscheidung ging eine ausführliche Diskussion und gründliche Prüfung von Chancen und Risiken der in Frage kommenden Bewerbungsmodelle voraus“, hieß es in einer Mitteilung nur.

Vergeben wird der Betrieb der S-Bahn-Linien 41, 42, 46, 47 und 8 für 15 Jahre. Wer den Zuschlag erhält, muss fast 200 neue Doppelwagen bauen lassen und bezahlen. Das wird nach Schätzungen des Berliner Senats gut 600 Millionen Euro kosten. Eine Entscheidung in dem Wettbewerb hatte der Verkehrsverbund für dieses Jahr angekündigt. Experten zweifeln, dass die notwendigen neuen Züge bis 2017 entwickelt, gebaut und abgenommen werden können. (dpa)