Die schönsten Orte sind oft die, die man erst auf den zweiten Blick entdeckt. Von außen fast unbemerkt versteckt sich der Auster Club mitten in Kreuzberg – und zwar in den Kellergewölben des Weltrestaurants Markthalle in der Pücklerstraße, das einst als Drehort für den Film „Herr Lehmann“ mit Christian Ulmen in der Hauptrolle Bekanntheit erlangte.

Im rustikalen Restaurant gibt es den Schweinebraten, den Herr Lehmann so gerne bestellte, und andere bodenständige Klassiker der deutschen Küche. Während ebenerdig gespeist oder Street Food verkostet wird, kann im Keller der Speck von den Hüften getanzt werden.

Der Auster Club löste den Privatclub ab, der im Februar 2013 in die Skalitzer Straße umzog. Seitdem blieb es ruhig um den kleinen Club unter der Markthalle Neun, wie der neue Betreiber Moritz Rosin erzählt. „Das fand ich sehr schade, denn der Laden gehörte schon immer zu meinen Lieblingsclubs in Berlin. Die Atmosphäre ist einmalig“, sagt Rosin und meint damit vor allem die gemütlichen Räume, die mit Leder-Sofas und roten Lichtakzenten ihren ganz eigenen Charme versprühen. Seit Oktober dieses Jahres wird der Auster Club von Rosin und seinen Booking-Kollegen mit neuem Programm befüllt.

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Auf etwa 100 Quadratmetern befindet sich der Veranstaltungsraum mit Bühne, angrenzendem Tresen und Raucherlounge. Rosin, der die Berliner Konzertagentur Handshake Booking betreibt, möchte dem Auster Club neues Leben einhauchen. Seit Oktober wurde dafür viel Geld in die technische Ausstattung investiert. Auf guten Sound wird hier viel Wert gelegt. „Zurzeit gestalten wir noch die Bühne, die Bar und die Wände um“, erklärt er.

Musikalisch erwartet die Gäste des Auster Club eine Mischung aus Jazz, Weltmusik, Rock, Pop und Hip-Hop. „Uns ist wichtig, dass wir Bands und Künstler einladen, die gute, handgemachte Musik bieten. Wir achten sehr auf Qualität. Darum gestalten wir das Programm aktiv mit und vermieten nicht wahllos an andere Veranstalter“, so Rosin.

In Zukunft sollen wöchentlich zwei bis drei Konzerte stattfinden. Der Auster Club wird zudem zu den Locations gehören, die vom 7. bis 10. Mai 2015 das Kreuzberger XJazz-Festival ausrichten, das jungen Jazzkünstlern aus Berlin eine Plattform bieten möchte. Besonders liegt Moritz Rosin die "Movember Schnurrbart Party" am kommenden Samstag (29.11.) am Herzen. Der Eintritt beträgt an diesem Abend acht Euro, die Hälfte der Einnahmen wird an ein Projekt für Kinder in Kenia gespendet.

„Die Kita in Lwala in Westkenia kümmert sich um Waisenkinder und bereitet sie auf die Schule vor“, sagt Rosin, der selbst im Dezember vor Ort war, um das Projekt ehrenamtlich zu unterstützen. Gleichzeitig soll die Spendenparty auch der Auftakt für eine Sechziger-Soul-Partyreihe sein, die einmal im Monat stattfinden soll. An den Plattentellern wird an diesem Samstag Christian Göbel stehen, der auch die Reihe „At The Soul Inn“ im Lido veranstaltet.

„In diesem Jahr wird die Silvesterparty unser Höhepunkt“, sagt Rosin und freut sich besonders, denn er feiert am selben Tag seinen 32. Geburtstag. Zum ersten Mal findet in Kooperation mit dem Weltrestaurant Markthalle ein exklusiver Silvesterabend statt.

Von 20 bis 23 Uhr wird ein Drei-Gänge-Menü serviert, anschließend wird Elektro, Swing und House aufgelegt. Im Club darunter kann zu Soul und Hip-Hop getanzt werden. Die Plätze für das Silvesteressen sind allerdings limitiert, Reservierungen sind online und vor Ort möglich.