Berlin - Der Gentleman bringt die Frauen zum Schwärmen. Wer Ex-Eiskunstlaufstar Katarina Witt am Freitagabend am Rande der Benefizgala zur Verleihung der Goldenen Sportpyramide auf den ehemaligen Boxweltmeister und Olympiasieger Henry Maske ansprach, der erkannte schnell, dass sie ein Fan ist: „Er war schon als Amateur ein ganz hervorragender Boxer. Und dann hat er auch noch eine großartige Profikarriere geschafft.“ Was sie ihm besonders hoch anrechnet: „Henry hat dem Boxen ein neues Image gegeben.“ Für sie die größte Überraschung an Maske: „Dass jemand, der dermaßen hart zuschlagen kann, so ein charmanter Mann ist …“ Der Schauspieler und Kabarettist Wolfgang Stumph erinnerte sich an einige Begegnungen mit Maske bei den jährlichen Verleihungen der Goldenen Henne (Stumph hat vier, Maske eine.) Neben all den Titeln in seinen Augen Maskes größtes Verdienst: „Er hat das Boxen salonfähig gemacht.“

Maske selbst freute sich sehr, die Goldene Sportpyramide schon zum zweiten Mal entgegennehmen zu dürfen. Und diesmal durfte er sie sogar behalten. Beim ersten Mal war es nämlich die Trophäe für sein großes Idol Max Schmeling, die ihm überreicht wurde. Maske, heute Inhaber von zehn McDonald’s-Filialen mit mehr als 400 Mitarbeitern, freut sich, dass sich in seinem Sport einiges geändert hat: „Heute ist es nichts Besonderes mehr, wenn ein Boxer drei Sätze fließend reden kann.“

Für seinen Olympiasiegertitel bekam er 1988 genau 25.000 Ostmark. Zur Goldenen Sportpyramide gab es einen Scheck über 25.000 ungleich härtere (jedenfalls bisher) Euro. Die will Maske aufteilen: Die Hälfte geht an die Boxnachwuchsförderung in Frankfurt/Oder, die andere an ein soziales Projekt. Was seinem alten Trainer Manfred Wolke immer wieder angenehm auffällt: „Ich finde toll, dass Henry sich für soziale Belange einsetzt und vielen damit ein gutes Beispiel gibt.“

Sechs Neulinge in der „Hall of Fame“

Selten war die Zuordnung eines Laudators so logisch wie diesmal. Bei der Auszeichnung von Henry Maske hielt Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière die Lobrede. Und es stimmt ja wirklich: Wenn Henry Maske seine Fäuste nicht so gut zur Verteidigung seines Gesichts als Deckung benutzt hätte, dann wäre er wohl kaum so oft als Sieger aus dem Ring gestiegen.

Zur 13. Verleihung der Goldenen Sportpyramide der Deutschen Sporthilfe kamen Mitglieder der „Hall of Fame des deutschen Sports“ wie der ehemalige Handball-Bundestrainer Heiner Brand und die frühere Skiläuferin Rosi Mittermaier-Neureuther ins Hotel Adlon. Als Gewinner der diesjährigen Goldenen Sportpyramide wird Henry Maske auch in die „Hall of Fame“ aufgenommen. Neben ihm hielten weitere fünf Sportpersönlichkeiten in diese virtuelle Ehrenhalle Einzug: Hans Lenk (der ehemalige Ruder-Olympiasieger und Philosophie-Professor – hübsche Kombination! – in der Kategorie „Werte im Sport“), Margaret Bergmann-Lambert (besser bekannt als die jüdische Leichtathletin Gretel Bergmann, die 1936 von den Nazis als Hochsprungrekordhalterin an der Teilnahme an den Olympischen Spielen in Berlin gehindert wurde), Heinrich Misersky und Antje Harvey (beide für ihr Engagement gegen Doping) und Ex-Radsportler Wolfgang Lötzsch (Kategorie „Deutsche Teilung“). Für die in den USA lebende 98-jährige Margaret Bergmann-Lambert hatte sich Sohn Glenn Lambert auf den Weg gemacht, um in Berlin die Aufnahme-Urkunde in die „Hall of Fame“ in Empfang zu nehmen.