Nach der spektakulären Verfolgungsjagd durch Spandau sucht die Polizei am Montag noch nach zwei flüchtigen Männern. Sie saßen am Sonntagabend zusammen mit dem 25-jährigen Fahrer in dem Ford, der die Treppe des U-Bahnhofs Rathaus Spandau hinunter raste.

Polizisten hatten den Ford-Fahrer nach der Chaos-Fahrt festgenommen. Er habe "eine ganze Palette" an Verstößen begangen, sagte eine Polizeisprecherin. "Direkt nach der Festnahme gab er zu, Cannabis konsumiert und keinen Führerschein zu haben."

Über Gehwege gerast und Grünstreifen zerpflügt

Auch für erfahrene Polizisten sei der Fall ungewöhnlich, weil der Autofahrer so viele Verstöße auf einmal begangen habe. Das Auto war nicht versichert. Die Kennzeichen waren zur Fahndung ausgeschrieben, gehörten aber nicht zum Fahrzeug. "Deshalb wird gegen den Mann auch wegen Urkundenfälschung ermittelt", erklärte die Polizeisprecherin. Möglicherweise wurden die Kennzeichen gestohlen. Dies wird der Polizei zufolge gerade geprüft.

Der 25-Jährige war am Sonntagabend laut Augenzeugen durch die Spandauer Altstadt und Fußgängerzone gebrettert. Einer Streifenwagenbesatzung war aufgefallen, dass die Kennzeichen zur Fahndung ausgeschrieben waren. Der Ford-Fahrer sei daraufhin mit zwei Insassen auf der Flucht über Gehwege gerast. "Fußgänger mussten beiseite springen, um sich zu retten", so die Polizeisprecherin. Der Mann habe rote Ampeln ignoriert und sei mit dem Fluchtwagen nicht nur über Straßen gefahren. Auch Grünstreifen wurden regelrecht zerpflügt.

Schließlich hatte der Fahrer offenbar die Kontrolle über das Auto verloren und war in den U-Bahn-Eingang gerast. Er sprang am Treppenabsatz aus dem Wagen - dieser rumpelte die Stufen hinunter. Der Wagen kam aber nicht bis auf den Bahnsteig, sondern landete in einem Zwischengeschoss und blieb dort stecken. Verletzt wurde niemand.

Erst Ende Mai war in Berlin ein Auto die Treppe zu einer U-Bahn hinabgefahren. Bei dem Unfall an der Bernauer Straße wurden allerdings mehrere Menschen verletzt.