Der zweite Betroffene der beiden Brandanschläge auf Autos in Berlin-Neukölln war in der Nacht zu Donnerstag ein Bezirkspolitiker der Linkspartei. Die Polizei bestätigte eine entsprechende Mitteilung der Linken.

Der Bezirkspolitiker Ferat Kocak erklärte: „Heute Nacht gegen 3 Uhr haben Nazis einen Anschlag auf mich und meine Familie verübt. Wir schliefen keine 3m von der Brandstelle und ich wurde zum Glück vom hellen Feuer wach so daß ich meine Eltern ins Freie geleiten konnte.“ Kocak schrieb in einer Mail mit dem Betreff „Mölln, Solingen ... Neukölln“ von „versuchtem Mord“.

Auch die Neuköllner Linke schrieb: „Der Brandanschlag gegen Ferat Kocak war versuchter Mord. Es ist ein Skandal, dass Polizei und Staatsanwaltschaft keine Ergebnisse vorzuweisen haben.“ Der mögliche Täterkreis sei seit Monaten bekannt. „Und trotzdem fühlen sich die Nazis so sicher, dass sie immer neue Anschläge begehen.“

Auf Fotos ist zu sehen, dass ein Smart in einem sogenannten Carport neben und vor dem Haus brannte, dass die Flammen aber nicht an das Haus und die Hauswand heran reichten. Die Polizei erklärte: „Das Haus wurde nicht in Mitleidenschaft gezogen.“

Der erste Brandanschlag der Nacht galt einem Auto eines Buchhändlers, der schon früher Ziel von Angriffen und Drohungen aus der rechten Szene war. Der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz der Kriminalpolizei ermittelt. (dpa)