Noch streiten sich der Senat, Umweltschützer und Anwohner erbittert um den Weiterbau der Autobahn A 100 nach Treptow – da sind schon die ersten Bauarbeiten für den anschließenden Abschnitt zur Frankfurter Allee in Sicht. Im Sommer beginnt die Deutsche Bahn (DB) damit, am Ostkreuz Elemente des geplanten Autobahntunnels zu betonieren. Dafür hat der Bund 16 Millionen Euro bereitgestellt. „Wir starten am Markgrafendamm und arbeiten uns dann zur Nordseite vor“, sagte Mario Wand von der DB.

Für die 130 Meter lange Unterquerung der Ost-West-Bahnstrecke wird eine 3000 Quadratmeter große Decke aus Stahlbeton gebaut. Links und rechts davon wird ein spezieller Bagger zwei 20 bis 30 Meter tiefe Schlitze ausheben – für die Wände des Autobahntunnels. Die 1,2 Meter breiten Vertiefungen werden mit Bentonit, einer stützenden Flüssigkeit, ausgegossen, erklärte Wand. Sie wird dann durch Beton ersetzt.

Zwei Jahre soll es dauern, die Vorleistungen für den 17. Abschnitt des Stadtrings zu bauen, der von Treptow über die Spree hinweg zur Frankfurter Allee führen soll. „Sie entstehen schon jetzt, beim Umbau des Ostkreuzes, damit wir die Bahngleise später nicht mehr unterbrechen müssen,“ sagte der Ingenieur.

Die Tunnelelemente sind die einzigen Teile der umstrittenen Autobahnverlängerung, für deren Bau bereits eine Genehmigung vorliegt – der Planfeststellungsbeschluss für den Ostkreuz-Umbau sieht dies vor.

Dagegen darf selbst der südlich anschließende 16. Abschnitt der A 100, der von Neukölln zum Treptower Park verlaufen soll, noch nicht gebaut werden. Dagegen wird geklagt. Im Sommer soll nun die mündliche Verhandlung stattfinden, teilte das Bundesverwaltungsgericht am Freitag mit. Für September erwartet Verkehrs-Staatssekretär Christian Gaebler (SPD) das Urteil.„Mit dem 16. Bauabschnitt nach Treptow haben wir derzeit schon genug zu tun. Der 17. ist etwas für die nächste Legislaturperiode“, sagte er. Nichtsdestotrotz beginnen demnächst am Ostkreuz die Vorarbeiten.