Ein umstrittenes Berliner Autobahnprojekt nimmt die nächste Hürde. Der Weiterbau der A 100 über Treptow hinaus nach Friedrichshain und Lichtenberg wird in den Bundesverkehrswegeplan 2015 aufgenommen. Das teilte das Bundesministerium für Verkehr jetzt mit. Die Aufnahme in den Investitionsrahmenplan ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die 4,1 Kilometer lange Autobahn im Osten Berlins im Detail geplant, finanziert und schließlich gebaut werden kann.

Der 16. Abschnitt der A 100 zwischen Neukölln und Treptow ist seit zwei Jahren im Bau. Der 17. Bauabschnitt würde sich anschließen. Bisher ist vorgesehen, dass die Autobahn Friedrichshain in einem Tunnel unterquert und an der Frankfurter Allee in eine Stadtstraße übergeht, die an der Storkower Straße endet. Die Kosten der Trasse, die das Zentrum entlasten soll, betragen 531 Millionen Euro.

Der Bund bekräftigte, dass es nicht beim Teilstück nach Treptow bleiben dürfe. Beide Abschnitte der A-100-Verlängerung gehörten zusammen und seien als Gesamtprojekt wirtschaftlich, teilte das Ministerium von Alexander Dobrindt (CSU) mit. Der Bundesrechnungshof habe dies bestätigt. Die zweiteilige Verlängerung sei für den neunten Bundesverkehrswegeplan als bereits laufendes Vorhaben festgelegt. Damit müsse sie nicht erneut untersucht werden. Sie werde automatisch im neuen Plan enthalten sein, weiter abgearbeitet und fertig gestellt.

Intern hieß es, dass der Entwurf des Verkehrswegeplans im Oktober 2015 veröffentlicht wird. Vordringliche Projekte sollen bis 2030 realisiert werden. Jetzt sei Berlin am Zug, um für Baurecht zu sorgen, so das Verkehrsministerium.

Gesine Lötzsch: A 100 löst kein einziges Verkehrsproblem

Eine Sprecherin von Berlins Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) sagte, dass nach Verabschiedung des Planes ein Konzept für das weitere Vorgehen erarbeitet werden könne. „Der Weiterbau der A 100 löst kein einziges Verkehrsproblem, sondern zerstört die Lebensqualität in den Kiezen. Ich werde mich im Bundestag auch zukünftig dagegen engagieren“, sagte Gesine Lötzsch (Linke), Vorsitzende des Bundestags-Haushaltsausschusses aus Lichtenberg. Der Linken-Politiker Sebastian Schlüsselburg kritisierte, dass es, anders als von der Berliner CDU zugesagt, keinen Bürgerentscheid über die A 100 gebe. „Die CDU hat ihr Wahlversprechen von 2011 gebrochen.“

„Die Autobahn A 100 bekommt völlig zu Recht höchste Priorität“, entgegnete Jörg Becker vom ADAC. Beide Bauabschnitte seien erforderlich, um die Verbindungen in den Osten Berlins zu verbessern, sagte er.