Die Bundespolizei sucht ab Montag Testpersonen für einen Probelauf zur Gesichtserkennung per Video- und Computertechnik am Berliner Bahnhof Südkreuz. Ab diesem Montag will die Bundespolizei an dem Bahnhof für eine Beteiligung werben. Gesucht werden bis zu 275 Menschen, die den Bahnhof häufig nutzen, teilte die Bundespolizei mit. 

Das Testprojekt der Bundespolizei zur Gesichtserkennungssoftware soll am 1. August beginnen und sechs Monate dauern. Von den Testpersonen werden Fotos gemacht. Ein bestimmter Bereich im Bahnhof wird von den Kameras mit der neuen Technik gefilmt. Die Polizei will dann feststellen, wie zuverlässig die Kameras und die Computer die Testpersonen anhand der gespeicherten Fotos erkennen.

Automatische Gesichtserkennung unter realen Bedingungen testen

Beteiligt an dem Probelauf sind auch das Bundesinnenministerium, die Deutsche Bahn und das Bundeskriminalamt. Den Polizeibehörden geht es darum, die technischen Möglichkeiten unter realen Bedingungen auszuloten. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte erklärt, die neue Technik könne künftig noch bessere Ergebnisse bringen, etwa bei der Aufklärung von Straftaten.

Der Test am Südkreuz geht aus Sicht der Bundesbeauftragen für Datenschutz in Ordnung. Das Projekt sei „für sich genommen noch nicht als schwerwiegender Eingriff zu sehen“, hatte Andrea Voßhoff erklärt. Das ändere allerdings nichts an «grundsätzlichen Bedenken» gegen diese Technologie. „Sollten derartige Systeme später einmal in den Echtbetrieb gehen, wäre dies ein erheblicher Grundrechtseingriff.“ (dpa)