Ciabatta, Pane di Grano Duro und Panettone – im Italienischen gibt es viele klangvolle Backwaren-namen. Einige davon sind ab sofort in der Markthalle IX an der Eisenbahnstraße in Kreuzberg zu hören. Dort wird jetzt vor Ort frisch gebacken. Alfredo Sironi, ein 32-jähriger Italiener, bereitet täglich Brote aus seiner Heimat zu, und jeder kann ihm dabei zusehen.

Dass sich Alfredo, wie er von seiner Kundschaft gerufen wird, für die Bäckerei entscheidet, war lange Zeit gar nicht klar. „Ich habe in Mailand Geschichte studiert und wollte mich ab Mai 2011 in Berlin nur mal umsehen“, sagt er. Er blieb in der Stadt, aber nicht als Historiker. „Da kam meine Leidenschaft zu Brot und Kuchen durch, der ich gern nachgegeben habe“, sagt er. Die Leidenschaft fürs Backen hat familiäre Wurzeln: Seit 30 Jahren betreibt die Familie am Comer See ein Restaurant, in dem Sironi schon als Kind mithalf. Er wuchs sozusagen mit der italienischen Backkultur auf. Als im vergangenen Herbst sein Entschluss feststand, aufs Brot statt auf die Weltgeschichte zu setzen, ging er daheim noch mal in die Lehre.

Jeder kann zusehen

Jetzt ist es soweit: In der Markthalle IX, die seit zwei Jahren von drei jungen Unternehmern wieder zum Marktplatz entwickelt wird, hat Alfredo Sironi seine Bäckerei in Betrieb genommen (Mo–Sa 8–18 Uhr, Do 8–22 Uhr). Jeder kann zuschauen, wie hinter der Glasscheibe Ciabatta oder Grissini aus italienischen Zutaten entstehen. Neben den rund 40 Ständen, an denen freitags und samstags gehandelt wird, ist es der sechste feste Stand, der nicht nur an den Markttagen geöffnet hat. Feste Stände haben auch eine Brauerei, Fisch- und Fleischräuchereien, die Kantine und ein Anbieter von Uckermark-Produkten. (sk.)