Je wärmer es wird, desto stärker sehnt man sich nach Abkühlung – am liebsten natürlich am Meer. Das haben wir leider nicht, aber halb so wild, denn Berlin hat auch so feinen Sandstrand und richtig tolle Seen zu bieten. Die Möglichkeiten sind vielfältig.

Jeder kennt den Wannsee, viele Innenstädter reisen zum Plötzensee – aber beide Strandbäder sind im tiefsten West-Berlin. Wir haben mal geschaut, was der Osten zu bieten hat, und haben sechs richtig schöne Ost-Berliner Strandbäder für Sie herausgefischt.

Die meisten Strandbäder Ost-Berlins befinden sich natürlich in Treptow-Köpenick, ist er doch der grünste und wasserreichste Bezirk der Stadt. Und der größte im Übrigen auch. Hier finden Sie auch viele kleine Badestellen, die nicht als richtiges Freibad betrieben werden, aber fürs Planschen ebenso geeignet sind.

1. Strandbad Müggelsee

Er ist viereinhalb Kilometer lang, zweieinhalb Kilometer breit und an seiner tiefsten Stelle acht Meter tief: Der Müggelsee ist – wenig überraschend – der größte See Berlins. Er hat drei offizielle Badestellen, von denen das Strandbad Müggelsee vor allem für Nicht-Köpenicker wohl das bekannteste sein dürfte. Es gibt Strandkörbe, Beachvolleyball, neben dem Sandstrand auch eine Wiese zum Sitzen oder Liegen und einen Kinderspielplatz. Das Wasser fällt flach ab. Für FKK-Fans gibt es auch einen abgegrenzten Bereich.

„Wenn Abends die Sonne untergeht, ist es wie auf Capri“, schrieb Google-Rezensent Stefan Grumt vor ungefähr einem Monat. Leider wird das denkmalgeschützte Strandbad derzeit saniert, aber der Zugang zum See ist frei, ebenso der Sandstrand. Es gibt kostenlose Parkplätze.

Anfahrt: Fürstenwalder Damm 838, 12589 Berlin. Mit den Öffis: Straßenbahnhaltestelle Strandbad Müggelsee, Tram 61.

Öffnungszeiten: Täglich von 9 bis 21 Uhr

Tickets: Der Eintritt ist (zurzeit) frei.

2. Seebad Friedrichshagen

Der nordwestliche Teil des Müggelsees gehört zu Friedrichshagen. Und das dortige Seebad lockt mit dem Slogan „Baden. Feiern. Erholen.“ wahlweise auch: Eislaufen. Ab November wird eine 600 Quadratmeter große Eisfläche aufgebaut – mit Blick auf den Müggelsee! Man kann sowohl den Eisstrand als auch das Seebad für private Feiern und Firmenevents buchen.

Im Seebad Friedrichshagen lässt es sich wirklich gut sein: Sonnensteg, Liegewiese, Umkleiden, Sonnenschirm- und Liegestuhlverleih, Nichtschwimmerbereich, Imbiss, Drei- und Fünf-Meter-Sprungturm, Rettungsschwimmer. Eigentlich muss man wirklich nur Badezeug, Handtuch und ein bisschen Geld mitbringen.

Tipp: Man kann am Steg im Seebad auch ein benzingetriebenes Floß mieten. Platz ist für mehrere Personen, an Bord gibt es auch eine kleine Toilette sowie Sitzbänke und Liegestühle. Essen und Trinken kann man selbst mitbringen, einen Grill beim Verleiher mieten.

Anfahrt: Müggelseedamm 216, 12587 Berlin. Mit den Öffis: Straßenbahnhaltestelle Josef-Nawrocki-Straße, Tram 60.

Öffnungszeiten: Täglich von 10 bis 21 Uhr, donnerstags bis 19 Uhr. Badebetrieb ist täglich bis 19 Uhr, von Juni bis August zusätzlich freitags und samstags bis 21 Uhr. Der Imbiss am See hat täglich zwischen 10 und 19 Uhr geöffnet, der Sommergarten montags bis mittwochs sowie sonntags von 16.30 Uhr bis 21 Uhr.

Tickets: Der Eintritt kostet 7 Euro pro Person (Tageskarte), ermäßigt 4,50 Euro. Die Familienkarte kostet 18,50 Uhr, und es gibt auch ein Feierabendangebot: Ab 18 Uhr kostet der Eintritt nur noch 2,50 Euro.

3. Strandbad Orankesee

Der urig-schöne Orankesee in Hohenschönhausen ist (leider) schon lange kein Geheimtipp mehr. Zu gediegen, zu tradiert, um nicht auch außerhalb des Kiezes eine Faszination zu entwickeln. Schon 1929 wurde das Bad eröffnet und auch während des Zweiten Weltkrieges weiterbetrieben. Seit 2002 ist das Strandbad familiengeführt.

Highlight für Adrenalinfans: Eine 52 Meter lange Wasserrutsche. Auf Kinder wartet eine Mini-Rutschen-Version. Zudem gibt es Tischtennisplatten und ein Beachvolleyballfeld. Strandkörbe, Liegen und Liegestühle können ausgeliehen werden (Preise zwischen 1,50 Euro und 3 Euro, zzgl. Pfand). Einen Imbiss gibt es auch.

Anfahrt: Gertrudstraße 7, 13053 Berlin. Mit den Öffis: Straßenbahnhaltestelle Stadion Buschallee/Suermondtstraße, Tram 27.

Öffnungszeiten: Täglich von 10 bis 19 Uhr, donnerstags geschlossen.

Tickets: Der Eintritt kostet 6 Euro, ermäßigt 4 Euro, Kinder unter 2 Jahren haben freien Eintritt. Ab 17 Uhr kostet’s für alle nur noch 3 Euro; Badeschluss ist 30 Minuten vor Schließung.

4. Strandbad Weißensee

Man kann ganz wunderbar um den Weißen See spazieren. Der nahezu kreisrunde, 8,3 Hektar große See ist umgeben von 150 Jahre alten Bäumen und einem rund 1,3 Kilometer langen Weg, der auch gern zum Joggen genutzt wird. Die Strecke ist bequem in 15 bis 20 Minuten schaffbar und führt unweigerlich am Strandbad vorbei.

Das Freibad bietet jede Menge Strandfeeling, und der Weiße See wird im Sommer auch angenehm warm. Der Nichtschwimmerbereich ist ordentlich abgetrennt, weil es im Schwimmerbereich dann plötzlich doch ganz schön tief ist. Ein Bademeister hat immer ein waches Auge aufs Geschehen am und im Wasser. Es gibt Pommes und andere Speisen, ebenso diverse alkoholische und alkoholfreie Getränke.

Kinder können im Strandbad Weißensee gut buddeln und Kleckerburgen bauen, zudem gibt es einen Spielplatz mit Klettergerüst.

Anfahrt: Berliner Allee 155, 13088 Berlin. Mit den Öffis: Straßenbahnhaltestelle Weißer See, Tram M4, M13, 12. Vom Alex sind es nur rund 15 Minuten.

Öffnungszeiten: täglich 10 bis 19 Uhr.

Tickets: Der Eintritt kostet 6 Euro pro Person, ermäßigt 3,50 Euro. Spätbader kommen ab 17 Uhr ebenso für 3,50 Euro rein. Der Terrassenbesuch ist kostenlos. Das Café hat täglich von 10 bis 18.30 Uhr geöffnet.

5. Strandbad Wendenschloss

Und schon wieder Köpenick, weil’s einfach so schön ist: Allerdings liegt das Strandbad Wendenschloss am Langen See, der von der Dahme durchflossen wird, einem Nebenfluss der Spree.

Das Strandbad selbst ist mehr als 100 Jahre alt, gehört den Bäderbetrieben, wurde aber von den aktuellen Pächtern seit 2019 saniert und erhielt unter anderem einen Biergarten mit 200 Sitzplätzen, ein neues Café sowie einen Bootsverleih. Man kann Tischtennis, Federball, Boule oder Volleyball spielen, sich sämtliches Zubehör dafür ausleihen.

Bade- und Tretboote, Kanus und Boards fürs Stand-up-Paddling (SUP) können ebenso ausgeliehen werden wie Strandkörbe, Liegen und Sonnenschirme. Langweilig wird es im Strandbad Wendenschloss garantiert nicht, auch nicht beim x-ten Besuch.

Anfahrt: Möllhausenufer 30, 12557 Berlin. Mit den Öffis: Straßenbahnhaltestelle Wendenschloß, Tram 62.

Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 22 Uhr, Badebetrieb bis 20 Uhr. Der Biergarten ist täglich von 12 bis 22 Uhr geöffnet, außer bei schlechtem Wetter.

Tickets: Der Eintritt kostet 7 Euro, ermäßigt 4,50 Euro, Kinder bis 12 Jahren zahlen nur 3 Euro (unter zwei Jahren ist der Eintritt frei). Familien zahlen 15 Euro.

6. Strandbad Grünau

Besser geht’s eigentlich nicht: Das Köpenicker Strandbad Grünau bietet wirklich für jeden was. Wer sich sonnen und baden will, hat hier optimale Voraussetzungen. Aber für Familien, Feier-Fans und Kinogänger ist gesorgt: Dienstags findet von 17 bis 21 Uhr Strandkino statt (Eintritt 5 Euro, Popcorn gibt’s auch), montags und donnerstags finden After-Work-Partys statt (freier Eintritt ab 17 Uhr), mittwochs gilt für alle Strandbad-Besucher der ermäßigte Eintritt und für die Kleinen gibt’s Kinderkino.

Freien Eintritt ab 17 Uhr gibt’s auch sonntags, der für die Betreiber ein ganz besonderer Tag ist, wie sie auf ihrer Website schreiben: „Im Sommer 1908 wurde das Standbad Grünau als das erste Familienbad Berlins für die breite Gesellschaft eröffnet. (…) In anderen Bädern Berlins waren Frauen und Männer stets aufgefordert, in für sie vorgesehene Bereiche schwimmen oder baden zu gehen. Dieser Umstand wurde zuerst im Strandbad Grünau aufgebrochen – sodass auch ganze Familien unkompliziert gemeinsam das kühle Nass genießen konnten. Daher das Wort: Familienbad! Auch heute möchten wir diese Offenheit mit euch zelebrieren.“

Für alles, was man außer Badekleidung so braucht, bietet das Bad eine Lösung: Ein Daybed mit Sonnenschirm kostet 19 Euro pro Tag. Das Badminton-Set kriegt man für 3 Euro (Tagespreis). Wer seine Wertsachen wegschließen möchte, kann sich für 3 Euro ein Schließfach mieten. Und Minigolf kostet 10 Euro für zwei Stunden, das Beachvolleyballfeld 20 Euro für eine Stunde.

Anfahrt: Sportpromenade 9, 12527 Berlin. Mit den Öffis: Straßenbahnhaltestelle Grünau, Tram 68.

Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 19 Uhr.

Tickets: Der Eintritt kostet für Personen ab 12 Jahren 7 Euro, ermäßigt (Kinder zwischen 6 und 11 Jahren) 5 Euro, Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt.