Brezeln und andere Leckereien - Der Bäcker rettet einem das Leben, wenn man schnell auf dem Weg zur Arbeit etwas Kleines mitnehmen möchte.
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Berlin Montagfrüh mussten wir zum Bäcker. Die Kinder brauchten was zum Frühstück und für die Schulpause. Zu Hause war der Kühlschrank leer, wir hatten am Wochenende mal wieder alle Vorräte verzehrt. Wir hatten verschlafen, weil wir montagmorgens immer so schwer aus den Federn kommen.

Während wir uns beim Anziehen, Haarekämmen, Zähneputzen beeilten, ging ich, basierend auf meinen Erfahrungswerten, die Optionen durch: Die Schule geht um fünf nach acht los, aber der Supermarkt mit Bäckerei neben der Schule macht erst um acht auf. Außerdem ist die Bäckersfrau im Supermarkt bestimmt wieder alleine am Tresen, weil ihre Kollegin im Hinterraum noch mit den Backblechen herumwirtschaftet.

Kein Kleingeld bringt viele Probleme

Andererseits kann man da mit Karte zahlen. Aber es war zu riskant: Die Kinder wollen auf keinen Fall zu spät kommen. Ich hatte aber kein Kleingeld. Mit meinem 50-Euro-Schein traute ich mich aber montagmorgens nicht zu der grimmigen Verkäuferin beim Bäcker Die dritte Möglichkeit: Der nette türkische Aufback-Bäcker an der Ecke. 

Der würde mich wegen des Fünfzigers nicht verhaften lassen, aber bei dem ist es neuerdings so teuer geworden.In meiner Verzweiflung beschloss ich, neue Wege zu gehen. Wenn wir auf dem Schulweg einen kleinen Schlenker machten, dann wäre da die kleinere zweite Filiale des Bäckers. Die würden auf meinen Fünfziger rausgeben müssen, mich verfluchen und ich würde nie wieder diese Straße betreten dürfen, aber was tut man nicht alles für seine Kinder?

Viel Auswahl und Rückgeld

Wir öffneten die Tür, ließen das Glöckchen klingeln, die Verkäuferin lächelte, reagierte nett und entspannt auf die Kinder, die sich zu meinem Graus nicht zwischen Croissant, Pfannkuchen und Bienenstich entscheiden konnten. Sie beriet uns sogar, wies auf Mohnstriezel und Amerikaner hin.

Wir wählten aus, ich zahlte mit dem Fünfziger, und sie gab klaglos ihr sämtliches Kleingeld her, ihr Lächeln blieb herzlich und sie schenkte den Kindern sogar noch Kekse! Die Kinder waren so bezaubert, dass sie es gar nicht mehr so schlimm fanden, dass sie wegen des kurzen Umwegs und der langen Auswahlprozedur nun doch zu spät zur Schule kamen.