Bahn: Hoffnung für den Nachtzug Berlin–Zürich

Spätabends in Berlin einschlafen, morgens in der Ferne aufwachen: Nachtzugfahrten sind eine kultivierte Form des Reisens. Heute sind sie nur noch auf wenigen Routen möglich – und deren Zahl wird weiter sinken, weil die Deutsche Bahn (DB) nach dem Fahrplanwechsel im Dezember keine Schlaf- und Liegewagen mehr einsetzt. Doch für eine der letzten City-Night-Line-Verbindungen keimt nun Hoffnung. Zwischen Berlin, Karlsruhe, Freiburg, Basel und Zürich könnte auch künftig ein klassischer Nachtzug unterwegs sein.

Fahrt geht in Hamburg los

„Die Nachtverbindung in die Schweiz wird es wohl weiterhin geben“, sagte ein hochrangiger DB-Mitarbeiter der Berliner Zeitung. Mit den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) gebe es „intensive Gespräche“ über eine Weiterführung des gut genutzten Angebots.

Künftig könnte der Zug schon in Hamburg einsetzen und gegen 23 Uhr in Berlin einen Stopp einlegen. Auf dem Rückweg käme er um 6 Uhr in Berlin an, um nach Hamburg weiter zu fahren. Die neue Routenführung würde es der ÖBB erlauben, im Dreieck zu fahren: Wien–Zürich, Zürich–Berlin–Hamburg, Hamburg –Wien. Das erlaube einen wirtschaftlichen Einsatz der Fahrzeuge.

DB bietet Wagen zum Kauf an

„Für ein Statement ist es noch zu früh“, sagte ein Konzernsprecher in Wien. Die Grundsatzentscheidung sei aber gefallen: „Das Nachtzugsegment ist interessant für uns, wir wollen es ausbauen.“ Jährlich nutzen rund eine Million Fahrgäste die ÖBB-Nachtreisezüge. Das Unternehmen hat den Kauf von bis zu 60 gebrauchten Schlaf- und Liegewagen sowie 15 Autotransportwagen ausgeschrieben – für bis zu 31 Millionen Euro. Bei der DB hieß es, dass sie Wagen zum Kauf anbieten will.

Eine Bahnsprecherin kündigte an, dass noch im Sommer klar sein wird, wie es mit dem Nachtzug nach Zürich weitergehen wird: „Wir gehen davon aus, im September über Details informieren zu können.“