Nach dem Sturmtief „Friederike“ hat sich die Lage in der Nacht zum Freitag weitgehend beruhigt. Vor allem Bahnfahrer müssen allerdings zunächst weiterhin mit Einschränkungen rechnen.

Am Berliner Hauptbahnhof warteten am Vormittag immer noch Hunderte Reisende auf ihre Weiterfahrt. Für diese gab es einen Aufenthaltszug. Vor allem im Fernverkehr fielen einige Verbindungen aus, etwa nach Düsseldorf, Hamburg und München. Auch die Strecke in Richtung Leipzig war laut einer Bahnsprecherin noch gesperrt. 

Einschränkungen im Regionalverkehr

Im Regionalverkehr fielen am Vormittag ebenfalls noch einzelne Verbindungen aus. So war die Strecke des RE 5 zwischen Berlin und Oranienburg gesperrt. Nach Angaben der Bahn wurden dafür aber Umleitungen und Ersatzverkehr eingerichtet. 

Folgende Verbindungen sind noch betroffen:

Die Bahn bittet Fahrgäste, sich vor Reiseantritt über ihre Verbindung auf www.bahn.de oder über die kostenfreie Sonderhotline zu informieren. Diese ist unter (08000)996633 erreichbar.

S- und U-Bahnen fuhren am Vormittag hingegen normal. „In unserem Netz gab es weder am Donnerstag noch heute Einschränkungen“, sagte die Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Petra Reetz.

Fahrkarten behalten ihre Gültigkeit

Nach Angaben der Deutschen Bahn behalten alle Fahrkarten für vom Sturm betroffene Strecken ihre Gültigkeit. Sie können kostenfrei erstattet oder bis eine Woche nach Ende der Störung flexibel genutzt werden. Dies gelte auch für zuggebundene Fahrscheine. Sitzplatzreservierungen können umgetauscht werden.

Hat sich ein Zug erheblich verspätet, muss die Bahn einen Teil des Ticketpreises erstatten. 25 Prozent des Preises gibt es ab 60 Minuten Verspätung, 50 Prozent ab 120 Minuten. Entscheidend ist die Ankunftszeit am Zielort.

450 Notrufe in Brandenburg – ein Toter

Die Brandenburger Polizei musste während des Orkantiefs zu 78 witterungsbedingten Einsätzen ausrücken. „Meistens waren umgestürzte Bäume oder abgebrochene Äste der Grund“, erklärte ein Polizeisprecher. 450 Notrufe gingen demnach am Donnerstagnachmittag und am Abend bei der Behörde ein, die meisten davon in den betroffenen Gebieten in Südbrandenburg. 

Insgesamt gab es 14 Verkehrsunfälle, 12 davon mit Sachschäden. Auf der Autobahn A13 (Berlin-Dresden) starb ein Lastwagenfahrer, als sein Fahrzeug von einer Windböe erfasst wurde und umkippte.

Durch umgestürzte Bäume, herabfallende Äste und umherfliegende Gegenstände wurde in Brandenburg außerdem das Stromnetz unterbrochen. Rund 2500 Haushalte im Netzgebiet der Mitteldeutschen Netzgesellschaft mussten am Freitagmorgen noch mit Störungen bei der Stromversorgung rechnen, wie das Unternehmen mitteilte. Betroffen waren die Landkreise Elbe-Elster, Teltow-Fläming, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße.

Die Bahn hatte den Fernverkehr am Donnerstagnachmittag wegen des Orkans bundesweit eingestellt. Auch mehrere Flugverbindungen zwischen Berlin-Tegel und Amsterdam sowie mehreren Städten im Westen Deutschlands wurden gestrichen, wie ein Flughafensprecher sagte. Grund war die verschärfte Wetterlage an den Abflugs- beziehungsweise Zielorten.

Deutschlandweit war „Friederike“ der schwerste Orkan seit mehr als zehn Jahren. Bundesweit kamen mindestens sechs Menschen ums Leben. (BLZ/dpa)