In Mönchengladbach gibt es sie schon, in Münster, Hamburg und anderswo. Bald werden „sprechende Haltestellen“ auch in Berlin erprobt – zusammen mit „sprechenden Fahrzeugen“. Am Montag gaben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und der Senat den Startschuss zu einem Modellversuch, der ein Jahr dauert und vom Land Berlin finanziert wird. „Ich freue mich über die technische Innovation“, sagte Elke Breitenbach (Linke), Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales. Von der akustischen Information werden Sehbehinderte und Blinde, aber auch Senioren profitieren.

Am nächsten Montag beginnt der Einbau der Technik, im April soll sie vollständig sein. Haltestellensäulen erhalten Druckknöpfe, mit denen Fahrgäste Ansagen anfordern können – die nächsten Abfahrten mit Linie, Ziel und voraussichtlicher Abfahrtzeit. Die „sprechenden Haltestellen“ melden sich aber auch unaufgefordert. Sie können Bahnen und Busse, die sich nähern, erkennen. Dann geben sie Linie und Ziel bekannt. Eine andere Technik für „sprechende Haltestellen“ hatte die BVG bereits 2012 und 2013 erprobt.

17 Bahnen und vier Haltestellen werden ausgerüstet

„Sprechende Fahrzeuge“ teilen die Liniennummer und das Ziel mit, sobald sich eine Einstiegstür öffnet. Sie werden außerdem mit Sendern, „Beacons“ genannt, ausgestattet. Mit ihrer Hilfe kann eine App erkennen, dass sich das Fahrzeug einer Haltestelle nähert. Fahrgäste, die dort warten und über die App verfügen, werden dann von ihrem Telefon über die Ankunft informiert.

Zwei stark genutzte BVG-Linien werden einbezogen. Auf der Straßenbahnlinie M4, die Mitte und Falkenberg verbindet, werden zehn Züge und acht Haltestellen sprechen. 17 Bahnen und vier Haltestellen werden mit Technik für App-Lösungen ausgerüstet. Auf der Buslinie 186 zwischen Grunewald und Lichterfelde Süd wird es zehn sprechende Busse und fünf sprechende Haltestellen geben. Weitere zehn Busse und vier Haltestellen werden für App-Lösungen vorbereitet.