BIRKENWERDER - Für den Beinahe-Unfall im Bahnhof Birkenwerder (Oberhavel) gibt es eine Erklärung. Danach ist menschliches Versagen im Stellwerk schuld an dem Vorfall. Der Lokführer einer Regionalbahn hatte das Signal zum Abfahren bekommen, obwohl sich auf demselben Gleis vor ihm schon eine S-Bahn befand. Weil er geistesgegenwärtig reagierte, kam es nicht zur Kollision. Der Zug kam hundert Meter vor der S-Bahn zum Stehen.

Birkenwerder ist ein ungewöhnlicher Bahnhof: Regional- und S-Bahnen nutzen Streckenabschnitte gemeinsam. In diesem Bereich kam es am 30. Dezember gegen 7 Uhr zu einem Vorfall, der sich nach den bisherigen, noch nicht abgeschlossenen Ermittlungen so darstellt: Eine Regionalbahn der Linie RB 20 aus Potsdam stand auf dem Gleis 6 und wartete auf die Weiterfahrt nach Oranienburg.

Weil das Hauptsignal gestört war, orientierte sich der Lokführer an dem Ersatzsignal, das es für solche Fälle gibt. Als dieses Signal vom Stellwerk aus auf Fahrt gestellt wurde, fuhr er los. Doch der Stellwerker hätte ihm diese Erlaubnis gar nicht geben dürfen, weil der Abschnitt von einer S-Bahn nach Berlin blockiert war. Sie wartete vor dem Einfahrtsignal darauf, an den Bahnsteig vorrücken zu dürfen.

Möglicherweise hat der Stellwerker nicht genau genug geschaut, ob das Gleis frei ist. Untersucht wird auch, ob es weitere Fehler im Stellwerk gegeben hat, denn schon vor dem Vorfall waren sich die Züge zu nahe gekommen. Mindestens einer war zu weit in den Bahnhof hineingelassen worden, hieß es.