Bahnhof Ostkreuz: Weitere Einschränkungen beim S-Bahn-Verkehr stehen bevor

Berlin - Gut die Hälfte der Arbeiten ist geschafft. Bis Ende Oktober wird der S-Bahn-Verkehr in der Innenstadt immer wieder unterbrochen – in 40 Nächten und an drei Wochenenden. Von November an fährt die S-Bahn zwischen Westkreuz und Friedrichstraße wieder regulär.

70 Abende und fünf Wochenenden

„Mit dem Einbau des neuen Zugsicherungssystems liegen wir im Zeitplan“, sagte Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der Bahn. Aber für die Fahrgäste ist noch nicht alles vorbei. Denn nach der westlichen ist vom 1. November an die östliche Stadtbahn an der Reihe. An 70 Abenden und fünf Wochenenden gibt es Sperrungen zwischen Friedrichstraße und Ostkreuz, hieß es.

Wenn gegen 21 Uhr die letzte S-Bahn gefahren ist, machen sich die Bautrupps auf der Ost-West-Strecke im Zentrum an die Arbeit. Sie haben den Auftrag, zwischen den Schienen 379 gelbe Kästen zu montieren – sogenannte Balisen. Die Kästen enthalten Funksender und -empfänger, die künftig auf der Neun-Kilometer-Trasse den Verkehr überwachen und steuern. Stellt die Technik zum Beispiel fest, dass ein Zug zu schnell fährt, sorgt das neue elektronische Zugsicherungssystem S-Bahn, kurz ZBS, für eine Bremsung.

Möglichst fahrgastfreundlich

Es ersetzt die Mechanik, die seit 1926 bei der S-Bahn für Sicherheit sorgt. Neu montiert würde dieses System aber nicht den heutigen Vorschriften entsprechen. So kann es zwar feststellen, dass eine S-Bahn an einem roten Signal vorbei gefahren ist und eine Zwangsbremsung auslösen. Doch die Geschwindigkeit überwacht es nicht.

Bis 2025 wird das gesamte S-Bahn-Netz umgestellt – für 550 Millionen Euro. Kaczmarek: „Wir haben uns vorgenommen, dass das so fahrgastfreundlich wie möglich geschehen soll.“ Die Arbeiten auf der Stadtbahn zeigen, wie das geht. Während des Berufsverkehrs wird die Strecke nicht gesperrt, und für die Fahrgäste der betroffenen Linien S 5, S 7 und S 75 gibt es mehrere Alternativen – außer Bussen auch Regionalzüge und U-Bahnen.

„Den Bauleuten wäre es lieber gewesen, wenn wir die Strecke durchgehend gesperrt hätten“, so der Bahn-Manager. Doch das hätte dazu geführt, dass auf der stark genutzten Ost-West-Route sieben Wochen lang keine S-Bahnen gefahren wären. Darum werden die Arbeiten auf 82 Nächte und mehrere Wochenenden verteilt. Die Sperrpausen werden dazu genutzt, weitere Arbeiten vorzunehmen – Schienen wurden geschliffen, Brücken geprüft, Bäume zurückgeschnitten.

Nach der ZBS-Umstellung zwischen Friedrichstraße und Ostkreuz, die bis 24. Juli des kommenden Jahres dauern soll, stehen weitere Projekte an. 2017 wird auch an den Brücken, auf denen die Ost-West-Trasse durch den Hauptbahnhof verläuft, gearbeitet, so Kaczmarek. Teile der Konstruktionen sind verschlissen. „Wir hoffen aber, dass der S-Bahn-Verkehr auf einem Gleis aufrechterhalten werden kann.“

Beim Thema Stadtbahn geht es oft auch um den Bahnhof Zoo. Kann er wieder Fernzughalt werden? „Wir sind immer noch in der Prüfung“, sagte Kaczmarek. Doch er wies darauf hin, dass die Gegenargumente der Bahn weiter gelten. Die Stadtbahn sei stark belastet, mit dem geplanten Airport Express zum BER kämen weitere Züge dazu – für Fernzughalte am Zoo fehle die Kapazität.