Bahnhof Zoologischer Garten: So sah der Bahnhof Zoo früher aus

Der Bahnhof Zoo ist der bedeutendste Bahnhof in der westlichen City und der größte Nahverkehrsknotenpunkt Berlins. Hier treffen Fern-, S- und U-Bahn und viele Buslinien zusammen.

Die über 100-jährige Geschichte des Berliner Bahnhof Zoo beginnt mit der Eröffnung am 7. Februar 1882. Zwei Jahre später wurde der Bahnhof für den Fernverkehr geöffnet. 1902 folgte der Anschluss an das U-Bahn-Netz. Die erste U-Bahnlinie Berlins, die heutige U 2, wurde in Betrieb genommen.

Der Bahnhof Zoo wurde für die Olympischen Spiele 1936 von 1934 bis 1940 umgebaut. Dabei wurden die Gleisanlagen der Fernbahn erweitert. In Zusammenhang mit der Erweiterung wurde auch die heute noch bekannte Bahnhofshalle errichtet, die erst einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Verglasung erhielt.

Nach der Stilllegung der übrigen Fern- und Kopfbahnhöfe im Westsektor von Berlin am 18. Mai 1952 war er der einzige verbleibende Fernbahnhof in West-Berlin. Vor dem Mauerbau und ab 1962 verkehrten vom Bahnhof Zoo auch Fernzüge nach Kopenhagen, Stockholm und über Prag nach Wien. Die "Bahnhofs-Terrassen" wurden 1957 eröffnet.

In die Schlagzeilen geriet der Bahnhof Zoo vor allem wegen seiner sichtbaren Drogenszene. „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“, 1978 als Stern-Reportage erschienen und 1981 verfilmt, wirft ein Schlaglicht auf den Bahnhof – als Treffpunkt von Drogensüchtigen und Strichern. Als der Bahnhof zur 750-Jahr-Feier 1987 saniert wird, verschwindet ein Großteil der Szene. Seit 1987 hat der Bahnhof keine größere Sanierung mehr erlebt. Zwar wurden vor Jahren Umbaupläne erarbeitet, aber die Deutsche Bahn legte sie 2006 zur Seite. Es hieß, der Hauptbahnhof sei wichtiger.

Aufschwung für die City West

Der letzte ICE stoppt in der Nacht zum 28. Mai 2006. Seitdem sank die Zahl der Ein- und Aussteiger (außer S-Bahn) von 11.000 auf 9 000 pro Tag. Der neue Hauptbahnhof übernimmt nun die Rolle des Fernverkehrsbahnhofs in Berlin.

Ab 2015 soll die Station Zoologischer Garten saniert werden. Die neuen Pläne für den Bahnhof Zoo sehen große Veränderungen vor: Wie bisher ist vorgesehen, als Erstes Teile des Erdgeschosses zu modernisieren und das Restaurant „Terrassen am Zoo“ im ersten Stock wieder zu beleben. Nach der Entkernung der seit Jahren geschlossenen Gaststätte soll als Schmankerl der einstige Freisitz wieder entstehen – eine Freiluft-Terrasse, auf der man unter freiem Himmel Kaffee trinken kann. „Die Planungen werden dieses Jahr den Genehmigungsbehörden vorgelegt“, berichtete der Bahnsprecher. „Den Baubeginn erwarten wir 2015.“ Bis 2017 soll die Empfangshalle umgebaut werden, neue Läden kommen hinzu, Haustechnik und Brandschutzanlagen werden erneuert.

Auch für den Hardenbergplatz, angelegt 1958 und neugestaltet in den 80ern, stehen Modernisierungspläne an: Der Bezirk will den Bahnhofsvorplatz zum zentralen Veranstaltungsort in der City West machen und das Image der "Schmuddelecke" loswerden. Mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer müsse es geben, ebenso Fahrradabstellplätze. Möglich sei auch ein neuer Eingang zum Zoo, für Fahrgäste der Berliner Verkehrsbetriebe seien bessere Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten denkbar, auch fehlten Infotafeln und Hinweisschilder für Fahrgäste und Touristen.